01.02.2007 · Die Macht der Deutschen Bank ist vielen suspekt. Aber wenn es um die Position des Konzerns in Europa geht, wünschen sich die Deutschen Stärke. Ackermann hat die Gefühlslage falsch eingeschätzt, als er großen Übernahmen ein Absage erteilte. Benedikt Fehr kommentiert.
Von Benedikt FehrMit einigen brüskierenden Worten und Taten hatte sich Josef Ackermann nach seinem Wechsel an die Spitze der Deutschen Bank zum Buhmann der Nation gemacht. Das ist Vergangenheit. Die Mannesmann-Affäre hat er hinter sich gelassen, jetzt hat die Deutsche Bank für 2006 einen Jahresabschluss vorgelegt, der nicht nur durch den Rekordgewinn von sechs Milliarden Euro, sondern auch im Detail überzeugt.
Dieser Erfolg ist vor allem ein Verdienst Ackermanns: Er hat dem Konzern eine weitsichtige Strategie vorgegeben und sie konsequent umgesetzt.
Keine Übernahme einer europäischen Großbank
Von einem Ziel hat sich Ackermann allerdings verabschiedet: Ursprünglich wollte er die anstehende Konsolidierung unter Europas Banken aktiv mitgestalten. Jetzt hat er der Übernahme einer größeren europäischen Bank eine klare Absage erteilt. Andere Wachstumsfelder seien attraktiver, begründet er den Schwenk.
Aus Sicht der Aktionäre mag das konsequent sein. Doch schätzt Ackermann mit diesem nüchternen Kalkül die Gefühlslage der Deutschen wohl wieder einmal falsch ein. Denn wenn es eines Tages zu Fusionen unter Europas Großbanken kommt, wird die Öffentlichkeit alsbald fordern, dass Deutschlands größtes Institut dabei mitmachen und einen Platz an der Spitze erringen müsse.
Die Macht der Deutschen Bank ist den Deutschen zwar suspekt. Aber wenn es um ihre Position in Europa und der Welt geht, soll sie möglichst groß und stark sein.
Die Deutsche Bank allein ist zu klein
Fionn Huber (fionn)
- 01.02.2007, 19:20 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.375,13 | −1,36% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2417 | −0,57% |
| Rohöl Brent Crude | 104,38 $ | −2,31% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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