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Erstes Quartal : Deutsche Bank macht fast 80 Prozent weniger Gewinn

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Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: AP

Die größte deutsche Bank kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus: Nach dem Tauziehen um den Chefposten kommen nun schlechte Quartalszahlen. Der neue Chef reagiert drastisch.

          Höhere Kosten und schrumpfende Einnahmen haben den Gewinn der Deutschen Bank zu Jahresbeginn absacken lassen. Im ersten Quartal verdiente das größte deutsche Bank unterm Strich 120 Millionen Euro nach 575 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, allerdings nicht in diesem Maße. Unter Analysten hatte man im Durchschnitt statt 120 mit einem Gewinn von 376 Millionen Euro gerechnet.

          Die aktuellen Renditen seien für die Aktionäre „schlicht nicht akzeptabel“, erklärte der seit zweieinhalb Wochen amtierende Bankchef Christian Sewing am Donnerstag in Frankfurt. Vor diesem Hintergrund streicht er das Investmentbanking zusammen, vor allem in den Vereinigten Staaten.

          Im Beratungs- und Finanzierungsgeschäft konzentriere sich die Deutsche Bank künftig vorrangig auf jene Bereiche, die einen Bezug zu ihren europäischen Kunden hätten, hieß es. In Amerika und in Asien werde sie ihr Geschäft dort reduzieren, wo es kaum grenzüberschreitende Aktivitäten gibt. Auch das Zinsgeschäft in den USA wird deutlich verkleinert. Das weltweite Aktiengeschäft werde der Vorstand genau prüfen, hieß es. Auch hier dürfte das Geschäft in bestimmten Bereichen zurückgefahren werden.

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          „Unsere Wurzeln liegen in Europa - hier wollen wir Unternehmen und institutionellen Kunden weltweite Finanzierungslösungen anbieten“, erklärte Sewing. „Darauf werden wir uns künftig noch viel stärker konzentrieren.“ Der Umbau der Unternehmens- und Investmentbank wird den Angaben zufolge in den betroffenen Regionen und Geschäftsfeldern auch mit einem Stellenabbau verbunden sein. Zahlen nannte die Bank nicht.

          Ab 2021 sollen die Privat- und Firmenkundenbank sowie der börsennotierte Vermögensverwalter DWS ungefähr die Hälfte der Konzernerträge erwirtschaften. Das Tochterunternehmen vermeldete am Donnerstag allerdings selbst schlechte Nachrichten: Im ersten Quartal flossen dort an verwaltetem Vermögen netto 7,8 Milliarden Euro ab. Es schrumpfte im Vergleich zum vierten Quartal 2017 um drei Prozent auf 676 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern sank auf 136 von 202 Millionen Euro vor Jahresfrist. Zur Begründung verwies Finanzchefin Claire Peel auf die volatilen Märkte, die schwache Entwicklung des Aktienmarktes sowie den Anstieg der Kosten.

          Die Erträge der Deutschen Bank im ersten Quartal gingen um 5 Prozent auf knapp 7,0 Milliarden Euro zurück. Das lag unter anderem an einem geringeren Handelsgeschäft mit Aktien, Anleihen und Währungen. Dagegen hatten insbesondere die großen US-Rivalen deutlich von den Turbulenzen an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn profitiert. Gleichzeitig stiegen die zinsunabhängigen Aufwendungen leicht an. Das Ziel, im Gesamtjahr auf bereinigter Basis bei den Kosten nicht über 23 Milliarden Euro zu kommen, bekräftigte der Vorstand.

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