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Deutsche Bank Der Kampf des Anshu Jain

 ·  Skandale hat der neue Ko-Chef der Deutschen Bank genug am Hals. Jetzt kommt auch noch Opposition im eigenen Haus dazu. Der Ton wird immer rauer. Anshu Jain muss kämpfen.

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Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Als wären es der Skandale und des Ärgers mit der Justiz nicht genug, rumort es nun auch im Inneren des Konzerns. Bis hoch in Führungskader baut sich Widerstand auf gegen Anshu Jain, Ko-Chef des Konzerns seit Mitte vorigen Jahres. Von „Abstoßreaktionen gegen Anshus Army“ berichtet ein Spitzenmann. „Die Bank geht schweren Zeiten entgegen.“

Die nächsten Monate, so raunt er, würden entscheiden über das Schicksal von Deutschlands einziger Bank von Weltrang. Dahinter steht die Furcht, die Bank werde zur Beute der Investmentbanker, die den Konzern gleichschalten.

Ein wieder aufflammender Kulturkampf

Unschöne Töne sind zu hören von einem wieder aufflammenden Kulturkampf zwischen Investmentbankern und traditionellen Bankern, ein Konflikt, der das Haus begleitet seit Ende der 80er Jahre, als die Deutsche Bank mit der Übernahme von Morgan Grenfell in London in diesen Bereich eingedrungen ist. Von „Fremdenfeindlichkeit und offenem Hass gegen alles, was aus dem angelsächsischen Wirtschaftskreis importiert werden sollte“, hatte damals der Vorstandssprecher Rolf Breuer berichtet. Immer wieder prallen seither die Gegensätze aufeinander, zeitweise trug der Konflikt fast religiöse Züge, man argumentierte in moralischen Kategorien.

Der Streit wurde in dem Maße nüchterner, in dem das Investmentbanking unverzichtbar wurde: Der Bereich trug in guten Jahren zwei Drittel zum Gewinn bei, ohne ihn wäre „The Deutsche“ längst in der Regionalliga versunken. Nur hat das Investmentbanking vorerst die beste Zeit hinter sich. Die Finanzkrise zerzauste das Image, Politik und Regulierer zertrümmern gerade das Geschäftsmodell. Das schafft Unfrieden.

Die Gegensätze brechen auf

Unter dem Eindruck diverser Skandale, welche das Haus Ruf und Milliarden kosten, brechen die Gegensätze an einzelnen Ecken wieder auf, schärfer denn je: So packt auch Deutsch-Banker, sofern sie sich außerhalb des Bonus-Bereichs aufhalten, die Wut, wenn sie hören, dass einem Händler namens Christian Bittar, der angeblich in die Libor-Manipulationen verstrickt war, 80 Millionen Euro Prämie zugesagt wurden - und die Bank jetzt die Misere auszubaden hat: Was sind das für Leute, die da vom Investmentbanking und der Aussicht auf sagenhaftem Reichtum angezogen wurden? Da besänftigt es die Leute wenig, dass der Anteil der Händler an Spekulationsgewinnen inzwischen begrenzt wurde.

Was bleibt, ist die Tatsache, dass Banker nicht gleich Banker oder gar Bankier ist. Wer Hausdarlehen rausgibt oder Mittelständler durch ihr Leben begleitet, der braucht andere Talente als die toughen Burschen im Handelssaal, die mit anderen, ebenso gerissenen Profi-Investoren ringen, volles Risiko. In dem Spiel geht es nicht darum, gegenseitig Vertrauen aufzubauen: Es gewinnt, wer den anderen übervorteilt. „Nur wer das versteht, kann überleben“, erklärt der amerikanische Ökonom Robert Shiller. Verwerflich ist dies nicht, auf dem Gebrauchtwagenmarkt oder im Möbelhaus gehts kaum edler zu: „In jedem Beruf entwickeln sich gewisse dunkle Geheimnisse, die zwar nicht eigentlich unmoralisch sind, doch vor Außenstehenden nur schwer zu rechtfertigen.“

Wer es nur auf das schnelle Geld abgesehen hat, ist in der Deutschen Bank heute fehl am Platz, betont Jürgen Fitschen, Jains Partner in der Doppelspitze, nun unverdrossen. Auch der Inder ist sehr bemüht, die hässlichen Vorgänge, meist passiert in den Jahren 2005 bis 2008, möglichst weit von sich weg zu halten. Den Star-Händler Bittar kannte er demnach kaum, einer von 300 talentierten jungen Leuten in seinem Bereich, mehr nicht. Weit weg ist der Geist der 80er und 90er Jahre, als Jain mit seinem Lehrmeister Edson Mitchell zur Deutschen Bank stieß.

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