17.02.2013 · Skandale hat der neue Ko-Chef der Deutschen Bank genug am Hals. Jetzt kommt auch noch Opposition im eigenen Haus dazu. Der Ton wird immer rauer. Anshu Jain muss kämpfen.
Von Georg MeckRichtlinien für Lesermeinungen
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... dass wir nicht schon längst verstanden haben, dass 25%
Vorsteuerrendite und 15% Nachsteuerrendite fast das gleiche sind??!!
Zieht man von 25% ca. 30% Steuern (=7,5%) ab, so kommt man auf 17,5%.
Dann gibt man - um des Volkes Seele zu besänftigen - noch ein wenig
nach und landet bei 15%.
Dafür werden bei den Mitarbeitern im Privatkundengeschäft die
dort ohnehin schon schmalen Boni weiter gekürzt und
Beförderungen auf Eis gelegt. Nur, damit sich die Investmentbanker
weiter die Taschen füllen können.
Ist das der versprochene Kulturwandel?
"...man argumentierte in moralischen Kategorien."
Das Wort "Systemrelevanz" ist hinterfragenswert. So wie alles
gelaufen ist, spräche auch viel für die Auslegung: das
Gesellschaftssystem repräsentierend, ergo schützens- und bewahrenswert.
"Too big to fail" hätte sonst zu anderen politschen
Konsequenzen führen müssen. "Wie ließ sich
rechtfertigen, dass der Bund als Großaktionär den Verkauf der
Postbank an die Deutsche Bank einleitete, um ihr ein Privatkundennetz
anzudienen, während deren Sprecher behauptete, auf staatliche
Hilfen nicht angewiesen zu sein? Unverständlich bleibt, warum jeder
noch so behutsam geäußerte Gedanke an geregelte
Insolvenzverfahren für existenzbedrohte Banken kategorisch und
rigoros ausgeschlossen wurde und weiterhin ausgeschlossen wird."
(F. Hengsbach)
Systemrelevanz wird da nur verständlich, wenn Demokratie als
marktkonforme Demokratie (im Geldmachtfeudalismus) definiert wird.
Schade, mir wäre es lieber, die erfolgreiche staatliche KfW
dürfte mit "systemrelevant" ein besseres
Demokratieverständnis abbilden.
Die Attacken auf Anshu Jain innerhalb der Deutsche Bank AG sind darauf zurückzuführen, daß er ein Inder ist. Man es innerhalb des Geldhauses deshalb nicht ertragen, einen Ausländer als Co-Chef zu haben.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 10:11 Uhrnein, er ist einfach nur ein Lügner
Daß er von den Geschichten (selbst wenn das nur auf informeller
Ebene war) seiner Spitzenleute nichts mitbekommen hat, kann ich einfach
nicht glauben. Dazu ein Hr. Fitschen, verantwortlich für Beihilfe
zum Steuerbetrug.
Diese Führungsspitze repräsentiert in Vollkommenheit die
Verkommenheit der Finanzindustrie. Ich bin dafür, das dieses Duo
Infernale noch möglichst lange im Amt bleibt. So erkennt das
Wahlvieh vielleicht einmal von welchen Figuren unsere Demokratur
gesteuert wird.
Dass Anshu Jain Christian Bittar nicht...
...sehr genau kannte, wäre erstaunlich, lieferte doch dessen
"Desk" 2008 einen Gewinnanteil von 500 Millionen, was mehr als
staatlich war und ein beträchtliches Klumenrisiko darstellte,
sollte eine solcher Anteil einmal über die Massen einbrechen oder
sich gar in einen Verlust verkehren. Ebenso müsste sich Jain, als
erfahrener Investment Banker, der Risiken bewusst gewesen sein, die die
Zinswetten Bittars eigentlich hätten beinhalten müssen,
wäre alles mit rechten Dingen zugegangen.
Anshu Jains Zeit bei der Deutschen Bank läuft unweigerlich ab, und
das Ende wird voraussichtlich nicht rühmlich sein. Man sollte
allerdings deswegen nicht das "Investment Banking Kind" mit
dem Bade ausschütten bei der Bank. In einer sich global
konsolidierenden Investment Banking Welt ist die Deutsche Bank gut
positioniert. Darauf liesse sich aufbauen, wenn man die
gegenwärtigen Schwierig- und Widrigkeiten meistern kann.
Der Artikel enthält einen Widerspruch. einerseis heißt es, dass dem Vorstandsvorsitzenden eine politische Verantwortung nachgewiesen werden muss (was m.E. völlig irrelevant ist), andererseit scheibt der Autor, dass die organisatorische Verantwortung geprüft werden wird (was m.E. korrekt ist). die Frage ist, ob Anshu Jain organisatorisch sicher gestellt hat, dass solche Dinge nicht vorkommen können. in Anbetracht des Ausmaßes des Libor-Skandales darf das bezweifelt werden.
..... reichen 200 Mio in Worten zweihundert Millionen , oder hat Herr Jain mehr Boni
in seiner Zeit bei der Deutschen Bank kassiert ?
Gute 15 Jahre im Schnitt 13 Millionen im Jahr
wären in etwa 200 Millionen.
Im Schnitt 20 Mio p.a. wären cirka 300 Mio.
Wie heisst ein altes Sprichwort: "Der Fisch stinkt vom Kopf her". Wir haben in D sicherlich andere Probleme als uns ernsthaft mit den Führungsabsurditäten bei der DB zu beschäftigen.
Mein beruflicher Werdegang liegt im ehemaligen "Wertpapiergeschäft" heute "Investment Banking" genannt, dass es erst seit Anfang der 90er in Deutschland in der Form überhaupt gibt. Zuletzt als Leiter Zinsderivate einer deutschen Bank. Zwischen den Welten des Kapital / Geld / Devisenmarktes und dem Kreditgeschäft liegen in der Tat Welten! Es herrschen komplett andere Instinkte und Vorgehensweisen. Zwei Banken in einer sozusagen. Sie sind unvereinbar. Das alleine spricht für ein Trennbankensystem. Die Deutsche Bank hat es erst durch dem Einverleib von Bankers Trust (ehemalig DER Konkurrent zu J.P. Morgan als einer der beiden US "commercial banks" mit Investment Bank Ambitionen) in die Weltliga des Investment Bankings geschafft. Das wäre einer Bank mit rein deutschem Hintergrund und der deutschen Kapitalmarktfeindlichkeit schlicht nie gelungen. (S. Dresdner & Commerzbank). Das Investment Banking hat seinen Zenit überschritten. Die Libormanipulation war die Überschreitung des Rubikons!
Herr Jain sollte voll auf das Investmentbanking setzen. Nachdem viele Investmenthäuser durch die Finanzkrise vom Markt verschwunden sind, gehört die Deutsche Bank zu den wenigen verbliebenen Globalplayern in diesem Bereich. Die anderen Aktivitäten sollten an die Commerzbank abgetreten werden - Sparkassen gibt es schliesslich genug in Deutschland!
Von wegen Rechtsstaat und Demokratie.
Es gab in den letzten Jahren kaum einen Finanzskandal, an dem die
Deutsche Bank nicht auch
maßgeblich beteiligt war. Seit Ackermann, unternahm die Aktie der
DB eine katastrophale Talfahrt. Auch lässt sich kaum erahnen, wie
hoch die weltweiten Anwaltskosten für all die Verfahren, die gegen
die Bank laufen, tatsächlich sind. Wer kommt dann letztendlich
für all die Milliarden auf, die an Strafen und Wiedergutmachung
gezahlt werden müssen? Und von all dem wollen die zwielichtigen
Gestalten, Ackermann, Fitschen und Jain, nichts gewusst haben?
Wären wir in einem Rechtsstaat, säßen alle 3 längst
in Untersuchungshaft.
Georg Meck Jahrgang 1967, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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