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John Cryan : Deutsche-Bank-Chef verzichtet auf alle Boni

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John Cryan bekommt weniger Geld als seine Vorgänger Anshu Jain und Josef Ackermann. Bild: dpa

Der Chef der Deutschen Bank hat für das vergangenen Jahr keine Boni bekommen. Und überhaupt gibt es in der Bank weniger Einkommens-Millionäre.

          Der Chef der Deutschen Bank gehört nicht mehr zu den Spitzenverdienern unter den Vorstandsvorsitzenden der börsennotierten deutschen Konzerne. Der gebürtige Brite bekam für das vergangene Jahr „nur“ sein Grundgehalt von 3,8 Millionen Euro ausgezahlt, wie aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorging. Wie die übrigen Vorstände der Bank verzichtete er damit auf alle Boni.

          Unter den Chefs der Dax-Konzerne verdienten damit bislang nur die Anführer des Versorgers Eon, des Halbleiterherstellers Infineon und der Lufthansa weniger. 26 der 30 in dem Standardwerteindex haben bislang berichtet darüber.

          „Transparente Kriterien“

          Cryans Vorgänger an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus, Anshu Jain und Josef Ackermann, hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge erhalten. Die Zeiten haben sich geändert: Auch wenn das Jahr 2017 optimal laufen sollte, beträgt die Gehaltsobergrenze in der Deutschen Bank 9,85 Millionen Euro je Vorstand. Insgesamt kostete der Vorstand die Bank im vergangenen Jahr etwas weniger als 26 Millionen Euro, im Jahr 2015 waren es beinahe 23 Millionen Euro gewesen.

          Das neue Vergütungssystem für die Deutsche-Bank-Manager war auf der Hauptversammlung im Mai 2016 durchgefallen, weil es den Aktionären zu komplex und undurchsichtig war. Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt nun einen neuen Anlauf. „Der Aufsichtsrat hat die geäußerte Kritik zum Anlass genommen, die Strukturen der variablen Vergütung deutlich zu vereinfachen und die Vergütung mit transparenten Leistungskriterien zu verknüpfen“, heißt es im Vergütungsbericht.

          Die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zur Konkurrenz soll dabei eine deutlich geringere Rolle spielen als bisher. Stattdessen werden die Vorstände am Kapitalzuwachs gemessen.

          Indem sie auf ihre Boni verzichtete, reagierten die Deutsche-Bank-Vorstände auf die drastische Kürzung der variablen Vergütungen für den Rest der Belegschaft. Insgesamt wurden die Boni um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen. Die gesamten Personalkosten gingen dadurch um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro zurück.

          316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756 gewesen. Die beiden Spitzenverdiener lagen laut Vergütungsbericht zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Auch noch nach der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank einigen Investmentbankern teils zweistellige Millionensummen im Jahr gezahlt.

          Zum ersten Mal seit Jahren beschäftigt die Deutsche Bank weniger als 100.000 Mitarbeiter, obwohl im Controlling und in Überwachungs-Funktionen neue Stellen geschaffen wurden und ausgelagerte Aufgaben in den Konzern zurückgeholt wurden. Die Mitarbeiterzahl sank im Jahr 2016 um 1360 auf 99.744. Der größte Teil des Stellenabbaus steht der Deutschen Bank noch bevor. Mit der Wiedereingliederung der Postbank dürfte er nochmals verschärft werden.

          Quelle: FAZ.NET/Reuters

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