23.03.2006 · Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann hat 2005, ein Rekordjahr für die Bank, 11,9 Millionen Euro verdient - Grundgehalt, Bonus und Aktienrechte . Seine Gehaltserhöhung lag bei rund 18 Prozent.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat im Jahr 2005 deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Wie die Deutsche Bank am Donnerstag in ihrem Geschäftsbericht mitteilt, wurden an Ackermann insgesamt 11,9 Millionen Euro überwiesen. Der gesamte Vorstand hat 2005 insgesamt 28,7 Millionen Euro erhalten, verglichen mit 25,1 Millionen im Jahr zuvor.
Im Vorjahr hatte Ackermann für seine Tätigkeit noch 10,1 Millionen Euro bekommen, bestehend aus einem Fixgehalt von 1,2 Millionen Euro und einem variablen Gehalt von 8,9 Millionen Euro. Für 2005 erhielt Ackermann ein Fixgehalt von 1,15 Millionen Euro und Boni über insgesamt 10,75 Millionen Euro. Die Vergütung des vierköpfigen Vorstandes kletterte im vergangenen Jahr um 3,6 Millionen Euro auf 28,7 Millionen Euro.
Der 58 Jahre alte Schweizer gilt machem als Symbol für unternehmerische Gier, auch weil er dazu beigetragen hat, daß Verantwortliche bei Mannesmann Millionenprämien bei der Übernahme durch Vodafone erhielten. Ackermann ist der höchstbezahlte Vorstandsvorsitzende der Dax-30-Unternehmen. Allerdings verdienen einige Manager aus dem mächtigen „Group Executive Committee“ unterhalb des Vorstands und im Investmentbanking erfahrungsgemäß deutlich mehr als Ackermann, müssen aber ihre Gehälter nicht offenlegen. Im Zuge eines Gerichtsverfahrens war vor kurzem herausgekommen, daß die Mitglieder des Group Executive Committees im Jahr 2003 für ihre Arbeit im Schnitt je 12,9 Millionen Euro bezogen hatten. Im vergangenen Jahr hatte Ackermann selbst betont, er sei beim Gehalt nur die „Nummer 14“ in der Bank gewesen. Zum Vergleich: Ackermanns Gehalt beträgt etwa ein Drittel dessen, was der Chef von Goldman Sachs bekommt: Henry Pauson wurden zuletzt 38,3 Millionen Dollar gewährt. Postbank-Vorstandschef Wulf von Schimmelmann verdiente im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Euro.
Der Jahresüberschuß der Bank kletterte im zurückliegenden Geschäftsjahr um 43 Prozent auf 3,529 Milliarden Euro. „2005 war für die Deutsche Bank ein Rekordjahr. Die Bank ist sowohl in ihrem Heimatmarkt Deutschland als auch international gut aufgestellt“, schrieb Ackermann in einem Brief an die Aktionäre. Das Ergebnis fiel um mehr als 250 Millionen Euro niedriger aus als noch Anfang Februar angekündigt, da die Deutsche Bank für mögliche Strafzahlungen in Zusammenhang mit unzulässigen Steuersparmodellen für amerikanische Kunden Rückstellungen bilden mußte.
Zu weiteren Zukäufen bereit
Die Deutsche Bank hat ihre Geschäftsziele bekräftigt und die Bereitschaft zu weiteren Zukäufen wiederholt. „Wir wollen sowohl aus eigener Kraft als auch durch gezielte ergänzende Akquisitionen wachsen“, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Die Bank bestätigte ihre Anfang Februar ausgegebene Prognose. Sie habe wie angekündigt im vergangenen Jahr das Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent erreicht, hieß es. „Zukünftig wollen wir über den Konjunkturzyklus nachhaltig eine Eigenkapitalrendite vor Steuern auf vergleichbarem Niveau erreichen und eine zweistellige Wachstumsrate beim Ergebnis je Aktie erzielen.“
Die vor gut einem Jahr wegen des Abbaus tausender Stellen in die Kritik geratene Bank bekräftigte, weiter auf Kostendisziplin achten zu wollen. Das Institut werde aber in Wachstumsregionen investieren, so daß die Zahl der Mitarbeiter voraussichtlich steigen werde.
In fast allen Bereichen des Konzerns geht Deutschlands größtes Geldhaus von zunehmender oder zumindest stabiler Nachfrage aus. Allerdings nehme in manchen Segmenten auch der Wettbewerb zu, was zu Margendruck führe, hieß es. Als Beispiel nannten die Frankfurter Standardprodukte im Investmentbanking sowie das klassische Bank- und Einlagengeschäft mit Privat- und Geschäftskunden. „Auf Basis der heutigen Erwartungen für die Weltkonjunktur und die Kapitalmärkte sind wir zuversichtlich, die erfreuliche Entwicklung des Jahres 2005 auch in diesem Jahr fortzuführen“, hieß es resümierend.
Ein Paulson entspricht zwei Ospel
Fionn Huber (fionn)
- 23.03.2006, 12:21 Uhr
Und wiviel Steuerabschreibungen hat er geltend gemacht?
Daniel Kleiner (Kleinermann1)
- 23.03.2006, 14:42 Uhr
Ackermann
Karlheinz Kluge (DrKarlheinz)
- 23.03.2006, 16:50 Uhr
Viel Geld für wenige
B. Keim (bkeim)
- 03.05.2006, 18:28 Uhr
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