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Verlustgeschäft : Die Bahn will 2100 Stellen im Güterverkehr streichen

Güterzüge in der Nähe von Hamburg Bild: dpa

Die Bahn macht Verluste im Güterverkehr. Um wieder Gewinn zu schreiben, will das Management Hunderte kleine Verladestationen schließen.

          Die Spekulationen über einen Stellenabbau kursieren seit längerem, jetzt macht die schwächelnde Güterverkehrs-Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn Ernst. Im Rahmen des Programms „Zukunft Bahn“ sollen nach Informationen von FAZ.NET bei DB Cargo 2100 Arbeitsplätze wegfallen. Darüber hinaus werden künftig 215 der insgesamt 1500 Güterverkehrsstellen nicht mehr angefahren.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit diesen Maßnahmen will der tief in den roten Zahlen steckende Schienengütertransporteur bald wieder Gewinne schreiben und die Position als größte Güterbahn Europas festigen. Entsprechende Planungen hat das Unternehmen am Dienstagabend den Arbeitnehmervertretern übergeben. Sie sollen nun mit dem Gesamtbetriebsrat und den Kunden diskutiert werden.

          Der Teilkonzern DB Cargo, der bis Ende Februar als DB Schenker Rail firmierte, gehört zu den größten Sorgenkindern der DB. Intern ist von einem „Sanierungsfall“ die Rede. In den vergangenen fünf Jahren war der Marktanteil um 10 Prozentpunkte auf 62 Prozent gesunken.

          Im Jahr 2018 soll die Sparte wieder Gewinn erwirtschaften

          Auf das Konto der Gütersparte geht eine milliardenschwere Abschreibung, die die Konzernbilanz  im vergangenen Jahr belastet und der Deutschen Bahn seit mehr als einem Jahrzehnt wieder einen Verlust beschert hat. Im operativen Geschäft musste DB Cargo 2015 einen Verlust (Ebit) von 184 Millionen Euro ausweisen. In diesem Jahr dürfte sich dem Vernehmen nach das Minus noch auf 170 Millionen Euro belaufen. Erst für 2018 ist ein „Überschreiten der Nulllinie“ geplant. Künftig will das Unternehmen stärker wachsen als der Markt.

          Das neue Maßnahmenprogramm umfasst insgesamt fünf „Hebel“, um die Lage zu verbessern. Dazu gehört, große und lange und damit störanfällige Zugumläufe zu verkleinern – also die Routenplanung und die Verkehre überschaubarer zu machen. Die organisatorische Steuerung der Züge soll wieder „aus einer Hand“ erfolgen. Lokführer sollen künftig produktiver arbeiten können. Derzeit fahren sie nur zu 55 Prozent ihrer Arbeitszeit; diese Quote soll auf 70 Prozent steigen. Generell will DB Cargo die Auslastung der Güterzüge von derzeit 72 Prozent auf rund 80 Prozent erhöhen.

          Bei der Bahn geht man nicht davon aus, dass der geplante Wegfall der 2100 Arbeitsplätze mit Entlassungen verbunden ist: „Keiner wird arbeitslos“, hieß es. In der Vergangenheit hatte schon Bahnchef Rüdiger Grube immer wieder darauf hingewiesen, dass der Konzern über einen umfangreichen internen Arbeitsmarkt verfügt.

          Die 2100 Stellen betreffen nur Deutschland mit seinen 17.500 Cargo-Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigt die deutsche Güterbahn in ganz Europa 31.000 Mitarbeiter. In der Vergangenheit war die Zahl der Jobs auf der Kippe stets höher angesetzt worden: Mal war von 2600 die Rede, mal sogar von 3500. Dass es jetzt deutlich weniger sind, hat unter anderem damit zu tun, dass die Zahl der wegfallenden Güterverkehrsstellen geringer ist als zuvor befürchtet.

          Quelle: FAZ.NET

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