Die Deutsche Bahn AG muss ihren Plan aufgeben, bald Zugverbindungen durch den Eurotunnel nach London anzubieten. Vor gut einem Jahr hatte die Bahn angekündigt, eventuell schon zu den Olympischen Spielen im nächsten Sommer und dann von Ende 2013 an an regelmäßig von Köln und Frankfurt nach England zu fahren.
„Voraussichtlich können wir erst Ende 2015 den Verkehr nach London aufnehmen“, hieß es am Donnerstag in Konzernkreisen. „Das ist eine Verschiebung um mindestens zwei Jahre. Das ist für uns äußerst unerfreulich.“ Ursache für den Verzug seien die Lieferschwierigkeiten des Siemens-Konzerns, die sich auch auf die London-Pläne auswirkten.
Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zeigte sich enttäuscht. „Es ist sehr schade, dass der Terminplan nicht eingehalten wird, weil die ICE-Züge samt Zulassung nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen“, sagte Ramsauers Sprecher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Minister hat die Bahn und Siemens für April 2012 zu einem Spitzengespräch eingeladen, um den Handlungsdruck zu erhöhen.
Siemens hatte der Bahn erst vor einigen Tagen mitgeteilt, dass der zuletzt anvisierte Zeitplan für 16 Hochgeschwindigkeitszüge der Baureihe 407 (ICE 3) abermals nicht zu halten sei. Ursprünglich hatte Siemens zugesagt, die ersten von 15 Zügen schon dieses Jahr zu liefern. Die Bahn hatte die Züge schon zu diesem Winter in den Fahrplan integriert. Sie wollte so ihre notorischen Engpässe lindern, die Bahnkunden in den vergangenen Wintern durch Verspätungen und Zugausfälle zu spüren bekamen.
Wegen vorgeblicher Schwierigkeiten mit Zulieferern verschob Siemens seine Lieferankündigung zunächst für alle Züge auf 2012. Nun hat der Konzern versprochen, bis Ende 2012 jedenfalls acht bis zehn Züge zu liefern.
In Europa herrscht Krieg.
bernd ullrich (demokrat2)
- 09.12.2011, 09:17 Uhr
Das ist nur die halbe Wahrheit....
Art Bleiglass (bleiglass)
- 08.12.2011, 17:44 Uhr