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Deutsche Bahn Gewerkschaften fürchten starken Stellenabbau

21.10.2009 ·  Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA sehen bei der Deutschen Bahn AG rund 13.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Damit könnte die Wirtschaftskrise, die vor allem den Güterverkehr erfasst hat, mittelfristig mehr Stellen kosten als bislang erwartet.

Von Kerstin Schwenn, Berlin
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Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA sehen bei der Deutschen Bahn AG rund 13.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Diese Zahl nannte der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner, in Berlin. Damit könnte die Wirtschaftskrise, die vor allem den Güterverkehr erfasst hat, mittelfristig mehr Stellen kosten als bislang erwartet. Der für Logistik zuständige Vorstand Karl-Friedrich Rausch hatte kürzlich gesagt, für etwa 4000 Beschäftigte werde künftig keine Arbeit mehr da sein; die Gewerkschaften hatten bislang von 7000 Stellen gesprochen. Die Bahn wollte die neue Zahl am Mittwoch nicht bestätigen. Ein Sprecher betonte, kein Eisenbahner werde arbeitslos werden.

Derzeit sind nach Kirchners Angaben rund 10.000 Eisenbahner in Kurzarbeit, vor allem bei DB Schenker Rail. Im Güterverkehr ist der Umsatz dieses Jahr um mehr als 25 Prozent gesunken; ein Drittel der gut 100.000 Güterwaggons steht still. Weitere Stellen sind nach Einschätzung der Gewerkschaften durch das Rationalisierungsprogramm „React 09“ gefährdet, durch das bis 2013 rund 2 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Die Deutsche Bahn beschäftigt rund 240.000 Mitarbeiter, bei der Tochtergesellschaft Mobility Logistics, in der Güter- und Personenverkehr sowie Dienstleistungen gebündelt sind, arbeiteten rund 180.000 Mitarbeiter.

Beschäftigungspakt läuft Ende 2010 aus

Durch einen Beschäftigungspakt sind betriebsbedingte Kündigungen zurzeit ausgeschlossen. Überzählige Mitarbeiter im Inland, etwa der Güterbahn, werden derzeit nach Vermittlung im konzernweiten Arbeitsmarkt – zum Teil nach einer Weiterbildung – in anderen Konzernbereichen eingesetzt. Bedarf an neuen Arbeitskräften haben sowohl der Personenverkehr, der die Krise bisher relativ unbeschadet überstanden hat, als auch die Infrastrukturgesellschaften.

Nach Angaben des Bahn-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube finden auf diese Weise drei von vier Eisenbahnern im Konzern einen neuen Arbeitsplatz. Anfang des nächsten Jahres beginnen die Bahn-Tarifpartner Verhandlungen über eine Neuauflage des Beschäftigungsbündnisses, das Ende 2010 ausläuft. In ihren ausländischen Gesellschaften hat die Bahn in den vergangenen Monaten schon erheblich Personal entlassen.

Anteil der Schiene am Frachttransport sinkt

Kirchner und der Vorsitzende der Bahngewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, warnten den Bahnvorstand derweil vor einer „Überoptimierung“ in der Sparte Transport und Logistik. Die Bahn dürfe sich nicht aus dem Frachttransport zurückziehen. In der Krise habe die Schiene ohnehin schon die in den Vorjahren mühsam gewonnenen Marktanteile an die Straße verloren. Nach Kirchners Worten ist der Anteil der Schiene wieder von 17 auf 15 Prozent geschrumpft. Dieser Anteil werde weiter sinken, wenn die neue Bundesregierung die Infrastrukturmittel künftig verstärkt für die Straße verwenden werde.

Als entscheidend für die künftige Strategie im Güterverkehr gilt die neue mittelfristige Finanzplanung, die der Bahnvorstand dem Aufsichtsrat Anfang Dezember vorlegen wird. Darin sollen für 2011 Renditevorgaben enthalten sein, die denen des Rekordjahres 2008 entsprechen, obwohl das Transportvolumen nach derzeitiger Kalkulation auch 2011 noch um 11 Prozent unter dem von 2008 liegen dürfte. Grube rechnet offiziell damit, dass die Bahn erst 2013 wieder an die guten Ergebnisse von 2008 anschließen werde. Die Gewerkschaften monieren, offenbar wolle der Vorstand jetzt durch Personalabbau die Bahn „zu schnell“ wieder kapitalmarktfähig machen.

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Jahrgang 1963, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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