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Deutsche Autoindustrie Volkswagen will bis zu 50.000 Stellen schaffen

 ·  Der größte Autokonzern Europas will weltweit Zehntausende Mitarbeiter einstellen. In Deutschland plant VW mit 5000 bis 6000 neuen Stellen. Unterdessen geht die IG Metall mit einer Forderung von 6 Prozent mehr Lohn in die Verhandlungen um den Haustarifvertrag.

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In der deutschen Autoindustrie deutet sich ein Arbeitsplatzaufbau im größeren Stil an. Am Sonntag hatte der VW-Konzern den Aufbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen weltweit in den nächsten drei bis fünf Jahren angekündigt. Allein in Deutschland kämen bis Ende 2015 „5.000 bis 6.000 neue Arbeitsplätze“ hinzu, sagte Personalvorstand Horst Neumann dem „Handelsblatt“.

Schon in der vergangenen Woche hatte der Branchenverband VDA erklärt, seit einigen Monaten steige die Beschäftigung im Inland leicht an. Die Zahl der Stammarbeitsplätze in der Branche war in der Krise von 740.000 auf 714.000 gesunken, die Zahl der Zeitarbeiter von 45.000 auf 30.000. Der VDA sieht nun aber wieder hervorragende Aussichten der Autokonzerne: Im laufenden Jahr stieg die Inlandsproduktion um 11 Prozent auf gut 5,5 Millionen Pkw. 2011 werde die Inlandsproduktion um weitere 5 Prozent auf 5,8 Millionen wachsen.

Erst vor zwei Wochen hatte der kleinste Hersteller Porsche angekündigt, mehr als 100 Ingenieure neu einzustellen. Betriebsratschef Uwe Hück hatte außerdem erklärt, in Stuttgart würden außerdem 400 neue Jobs wegen steigender Produktion aufgebaut. Ein Porsche-Sprecher bestätigte am Montag einen Personalaufbau, aber nicht die Zahl 400. BMW will sein Münchener Motorenwerk offenbar ausbauen und 500 neue Stellen schaffen.

Tarifkonflikt zeichnet sich ab

Der VW-Konzern beschäftigt derzeit 400.000 Mitarbeiter. „Mit dem weiteren Wachstum in vielen Märkten könnten es mittelfristig 450.000 werden. In den nächsten fünf Jahren müssen wir zudem 60.000 Mitarbeiter ersetzen“, sagte Neumann. In einem ersten Schritt will der größte Autobauer Europas nun weitere Leiharbeiter übernehmen. Zurzeit beschäftigt Volkswagen „20.000, davon 6.000 in Deutschland. Das sind mehr, als wünschenswert ist. Vor kurzem haben wir 400 Leiharbeiter in die Stammbelegschaft übernommen. Wir haben dem Betriebsrat zugesagt, Anfang 2011 mit Blick auf die absehbare Konjunkturentwicklung die nächste größere Gruppe fest einzustellen“, sagte Neumann.

Unterdessen will die IG Metall in den bevorstehenden Tarifverhandlungen für die rund 100.000 Beschäftigten bei Volkswagen in Deutschland Lohnsteigerungen von sechs Prozent für zwölf Monate Laufzeit durchsetzen. Das beschloss die große Tarifkommission nach Angaben der Gewerkschaft am Montag in Hannover. Bei Volkswagen handelt die IG Metall traditionell einen Haustarifvertrag für die rund 95.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken aus. Der Abschluss soll auch für die rund 5000 Belegschaft des konzerneigenen Finanzdienstleisters Financial Services gelten.

Die Unternehmensseite zeigte sich bereits kompromissbereit mit Blick auf die bevorstehenden Verhandlungen. „Wir werden mit der IG Metall reden. Zunächst einmal haben wir 2010 die Entgelte um 4,2 Prozent erhöht - als der Flächentarifvertrag der IG Metall eine Nullrunde fuhr. Jetzt müssen wir klären, um wie viel Monate wir die Erhöhung der Fläche um 2,7 Prozent in 2011 vorziehen und was das für die Prozentzahl bedeutet“, sagte Neumann. Darüber hinaus sollten die Gehälter vom Erfolg des Unternehmens abhängen. Die erste Verhandlungsrunde mit VW ist für den 19. Januar geplant.

Quelle: FAZ.NET mit dpa und Reuters
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