Home
http://www.faz.net/-gqe-75qr1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.01.2013, 19:36 Uhr

Deutsche Autohersteller werben Amerikaner sollen endlich Dieselautos kaufen

Dieselautos gelten in Amerika als schmutzig und sind verpönt. VW, Daimler, BMW und der Zulieferer Bosch wollen die Amerikaner jetzt mit gemeinsamer Werbung von den Vorteilen ihrer Dieselantriebe überzeugen.

© obs In Deutschland beliebt, in Amerika verpönt: der Dieselmotor

Die deutsche Autoindustrie hat auf dem wachsenden amerikanischen Markt im vergangenen Jahr mehr Neuwagen verkauft und ihren Marktanteil ausgebaut. Der Absatz von Volkswagen, Daimler und BMW kletterte fast ein Viertel auf 1,3 Millionen Einheiten. Das entspricht einem gemeinsamen Marktanteil von fast 9 Prozent. Die Deutschen sind damit etwa doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt und haben den amerikanischen Konkurrenten General Motors und Ford einen Teil ihrer Kunden abgejagt. "Das Autojahr 2012 ist damit für unsere Hersteller das bislang erfolgreichste überhaupt auf dem amerikanischen Markt", sagte Verbandspräsident Matthais Wissmann am Montagmorgen zum Auftakt der Automesse in Detroit. Auch 2013 würden die deutschen Hersteller in Amerika schneller wachsen als der Markt.

Vor allem die Hersteller Audi, BMW, Mercedes und Porsche dominieren den amerikanischen Premiummarkt und haben von dem Comeback des amerikanischen Marktes nach der Krise überproportional profitiert. Seit dem Einbruch im Jahr 2009 mit nur noch rund 10,4 Millionen verkauften Autos hat der Markt bis 2012 um fast 40 Prozent angezogen auf 14,5 Millionen. Für das laufende Jahr erwarten fast alle Fachleute Verkäufe von mehr als 15 Millionen Einheiten.

Mehr zum Thema

Zusätzlichen Schub für die Nachfrage nach ihren Produkten erhoffen sich VW, Daimler, BMW und auch der Zulieferer Bosch von einer gemeinsamen Informationskampagne, die Verbraucher von den Vorteilen ihrer Dieselantriebe überzeugen soll. Dieselautos gelten in Amerika als schmutzig und sind verpönt. Ihr Marktanteil liegt deshalb bei nur weniger als 3 Prozent. Selbst die ebenfalls selten anzutreffenden Hybridfahrzeuge sind beliebter und kommen immerhin auf 3 Prozent.

Zum Vergleich: In Deutschland sind fast die Hälfte aller Neuwagen Dieselfahrzeuge. Unter dem Slogan "Clean Diesel. Clearly Better."  werden die Vorteile der aktuellen Diesel-Technik im Vergleich zum Ottomotor hinsichtlich Sauberkeit, Verbrauch und Leistung vor Augen geführt. Erste Erfolge des missionarischen Eifers zeigen sich: Bis Oktober 2012 stiegen die Diesel-Verkäufe der Deutschen in Amerika schon um ein Viertel auf allerdings noch immer bescheidene 116.000 Einheiten.

Mehr Fertigung vor Ort

Die deutschen Hersteller bedienen den amerikanischen Markt sowohl über Exporte aus Deutschland als auch durch Produktion vor Ort. Mit Autos aus ihren Fabriken in den Südstaaten Alabama, Tennessee und South Carolina mit 31.000 Beschäftigten vermeiden VW, Daimler und BMW die Zahlung von Einfuhrzöllen, nutzen die niedrigen Löhne dort und vermeiden Währungsschwankungen. Die Produktion der Deutschen in Mexiko und den Vereinigten Staaten legte 2012 um ein Drittel auf 500.000 Einheiten zu. Am Dienstag eröffnet VW seine 100. Fabrik, ein Motorenwerk im mexikanischen Silao. Auch Audi, Daimler und BMW bauen ihre Produktion vor Ort aus. Es handelt sich jedoch bisher nicht um Produktionsverlagerungen aus Deutschland nach Amerika. Aber auch die zweite Säule, der Export der Deutschen nach Amerika, legte im Jahr 2012 um 20 Prozent auf 630.000 Autos zu.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Dieter Zetsche Daimler-Chef für bessere Abgastests

Wegen des VW-Skandals wirbt Daimler-Chef Dieter Zetsche für realitätsnähere Emissions-Tests. Und ist für Mercedes auch dieses Jahr optimistisch. Nicht nur in China. Mehr

24.01.2016, 11:06 Uhr | Wirtschaft
Fahrbericht Audi A4 Der Reiz des unscheinbaren Fortschritts

Sechszylinder sterben aus. Aber nicht bei Audi. Dort darf der famose Motor im A4 zeigen, was er kann. Es fährt vor ein feines Mittelklasseauto, das keiner als neu erkennt. Mehr

28.01.2016, 13:11 Uhr | Technik-Motor
Daimler und Volkswagen Airbag-Rückruf betrifft auch deutsche Autobauer

Eine amerikanische Verkehrsbehörde ruft Millionen Autos in die Werkstätten zurück wegen womöglich defekter Airbags. Dazu gehören auch zwei deutsche Hersteller - einer hat schon genug Probleme. Mehr

23.01.2016, 12:36 Uhr | Wirtschaft
Strick Made in Germany High-Tech in der Modebranche

Fäden sausen von links nach rechts, Spulen gehorchen Programmierern. Strickmaschinen stellen Pullover in einem Stück her. 3D-Strick made in Germany. Ein Unternehmen aus Bodelshausen sorgt derzeit mit einer neuen Technologie in der Modewelt für Aufsehen. Die Firma will sich mit der Hightech-Produktion auf dem Premium-Markt behaupten. Mehr

23.01.2016, 02:00 Uhr | Stil
Autos im Jahr 1966 Diese Legenden feiern ihren Fünfzigsten

1966 ist ein Autojahr mit bemerkenswerten, heute legendären Neuheiten. Eine davon, der Fiat 124, kommt jetzt zurück. Die anderen, vom Lamborghini Miura über den Volvo 144 bis zum Wartburg 353, sind unvergessen. Mehr Von Walter Hönscheidt und Boris Schmidt

04.02.2016, 10:34 Uhr | Technik-Motor

Wachstum in der digitalisierten Welt

Von Carsten Knop

Wie kann man Wachstum und Wohlstand in der digitalen Welt messen? Die Antwort geht alle an, denn die Vorteile des Fortschritts zahlen sich nicht für jeden aus. Mehr 5 21


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden