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Der Zeitrahmen steht Die Deutsche Bank übernimmt die Postbank

12.09.2008 ·  Der Verkauf der Postbank ist so gut wie perfekt. Die Deutsche Bank wird wohl zunächst knapp unter 30 Prozent übernehmen - für mehr als 2,5 Milliarden Euro. Im zweiten Schritt will sie innerhalb einer Frist von zwei Jahren auch die übrigen Anteile kaufen.

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Der Verkauf der Postbank ist so gut wie perfekt. Wie sich abzeichnet, wird die Deutsche Bank in einem ersten Schritt mit 29,75 Prozent der Anteile einsteigen und das Bonner Institut binnen zwei Jahren vollständig übernehmen. Der Mutterkonzern Deutsche Post, der 50 Prozent plus eine Aktie der Postbank hält, kann nach Angaben aus Finanzkreisen für die erste Tranche mit einem Kaufpreis von mehr als 2,5 Milliarden Euro rechnen. Für die verbleibenden Anteile der Post hat sich die Deutsche Bank ein Vorkaufsrecht gesichert. Am Donnerstagabend beriet das Präsidium des Post-Aufsichtsrates über das Angebot. Endgültig besiegelt werden könnte es an diesem Freitag, wenn der Aufsichtsrat am Vormittag in voller Besetzung zusammentritt.

Der Post lag ebenfalls eine Offerte der spanischen Großbank Banco Santander vor. Sie wolle auf einen Schlag sämtliche Anteile der Post übernehmen und den übrigen Aktionären ein Pflichtangebot unterbreiten, hieß es. Der Vorstandschef der Post, Appel, soll aber eindeutig die Deutsche Bank bevorzugen. Auch Bundesfinanzminister Steinbrück lobte einen möglichen Einstieg der Deutschen Bank als begrüßenswerten Schritt für eine Neuordnung der Bankenlandschaft. Ein solcher Zusammenschluss „würde dem Kriterium entsprechen, das ich für notwendig erachte: nämlich die Konsolidierung auch bei den privaten Banken stärker voranzutreiben“, sagte er. Der Bund hält über die staatliche KfW-Bankengruppe noch ein knappes Drittel der Post-Anteile und hat beim Verkauf der Postbank ein Vetorecht.

Deutsche Bank will ins Massengeschäft mit Privatkunden vorstoßen

Die Deutsche Bank nutzt die Übernahme der Postbank, um in das Massengeschäft mit Privatkunden mit normalen Einkommen vorzustoßen. Strategisch sei eine Zwei-Marken-Strategie geplant, um über die Postbank-Filialen dauerhaft dieses Kundensegment zu bedienen. Mit rund 14,5 Millionen Kunden ist die Postbank, gemessen an der Kundenzahl, die größte deutsche Privatkundenbank. Sie unterhält 850 eigene Filialen und ist zudem mit ihrem Bankangebot in mehr als 5000 Filialen der Deutschen Post vertreten. Daran werde sich zumindest vorläufig nichts ändern, hieß es am Donnerstag. Auch die Deutsche Bank sei sehr daran interessiert, dieses dichte Netz aufrechtzuerhalten, um in der Fläche präsent zu sein.

Video: Deutsche Bank bestätigt Gespräche über Postbank

Massive Stellenstreichungen wie beim Zusammengehen von Dresdner Bank und Commerzbank sind im Falle Deutscher Bank und Postbank zunächst nicht zu befürchten. Die Strukturen werden vorläufig nebeneinander bestehen. Auch an der Führung der Postbank werde sich durch den neuen Großaktionär nichts ändern: Vorstandschef Wolfgang Klein bleibe im Amt.

Arbeitnehmerseite kündigt Widerstand an

Dennoch kündigte die Arbeitnehmerseite an, sich dem Einstieg der Deutschen Bank im Aufsichtsrat zu widersetzen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Kommunikationsgewerkschaft DPV befürchten, dass nach der Übergangsfrist von zwei Jahren Tausende von Arbeitsplätzen überflüssig werden könnten. Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank, durch die weltweit rund 9000 Arbeitstellen wegfallen sollen, wurde als warnendes Beispiel herausgestellt. „Die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der Post wird einem Verkauf nicht zustimmen“, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske.

Bei der Postbank arbeiten rund 21.000 Beschäftigte, davon 7000 Beamte aus Bundespost-Zeiten. Auch die Linkspartei warnte vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Die Deutsche Post will sich von der Bank trennen, um sich auf die Briefzustellung, das Expressgeschäft und die Logistik zu konzentrieren. Die Verkaufsgespräche hatten schon im vorigen Herbst begonnen, sich dann aber wegen der Finanzkrise in die Länge gezogen. Aktionäre der Post können nach dem Abschluss mit einer Sonderausschüttung rechnen. Weitere größere Zukäufe, für welche die Erlöse benötigt würden, seien nicht geplant, sagte ein Sprecher. Dementsprechend zogen die Aktien der Deutschen Post am Donnerstag an, während die Papiere von Postbank und Deutscher Bank nachgaben.

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Von Heike Göbel

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