Home
http://www.faz.net/-gqi-75kfk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Delikate Reise Googles Eric Schmidt in Nordkorea eingetroffen

Google-Verwaltungsratschef Schmidt ist mit einem früheren amerikanischen Gouverneur in Nordkorea eingetroffen. Als „private humanitäre Aufgabe“ bezeichnen beide die Reise. Doch es geht wohl um viel mehr.

© REUTERS Vergrößern Bill Richardson (l) und Eric Schmidt am Flughafen in Pjöngjang.

Trotz Bedenken der amerikanischen Regierung ist der Google-Verwaltungsratsvorsitzende Eric Schmidt zusammen mit dem früheren amerikanischen Gouverneur Bill Richardson ins kommunistische Nordkorea gereist. Die Delegation der Amerikaner sei in Pjöngjang eingetroffen, berichteten nordkoreanischen Staatsmedien ohne Einzelheiten zu nennen. Richardson, der früher Gouverneur von New Mexico und amerikanischer Botschafter bei den Vereinten Nationen war, hatte vor seinem Abflug in Peking bekräftigt, er betrachte die Reise als „private humanitäre Aufgabe“. Der Besuch habe nichts mit Washington zu tun.

Das amerikanische Außenministerium hatte die Reisepläne der beiden in der vergangenen Woche als „derzeit nicht besonders hilfreich“ kritisiert. Es wurde erwartet, dass sich Schmidt auch über Technologiethemen und Möglichkeiten des Internetzugangs in dem stark abgeschotteten Land informieren will. Vertreter des Regimes ausgenommen, dürfen Nordkoreaner in aller Regel nicht im weltweiten Internet surfen. Es gibt ein auf das Land beschränktes Intranet. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereitet sich das Land allerdings auch mithilfe deutscher Wissenschaftlicher auf eine wirtschaftliche Öffnung vor.

Treffen mit Regierungsvertretern

Richardson, der Nordkorea schon mehrfach besuchte, erwartet nach eigenen Angaben, dass er einige Regierungsvertreter, nicht aber den jungen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un treffen wird. Schwerpunkt seiner Reise sei die Einschätzung der humanitären Lage. Amerikanische Medien berichten, dass Richardson und Schmidt auch für die Freilassung eines in Nordkorea inhaftierten Amerikaners eintreten wollen.

Im Dezember hatte Nordkorea allen internationalen Warnungen zum Trotz eine Weltraumrakete gestartet. Während Pjöngjang von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken spricht, vermuten die Vereinigten Staaten, Südkorea und andere Staaten dahinter einen verschleierten Waffentest.

Mehr zum Thema

In der Delegation von Richardson und Schmidt befinden sich unter anderen ein Berater für Korea-Angelegenheiten, Tony Namkung, und der Leiter des Instituts Google Ideas, Jared Cohen. Die Gruppe wird am Donnerstag in Peking zurückerwartet.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gerüchte über Kim Jong-un Enten aus Nordkorea

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un beflügelt die Phantasie. Seltsame Moden, Pornos und grausame Hinrichtungen – die Gerüchte über ihn werden immer bunter. Manches davon macht auch hierzulande als Tatsachenbericht die Runde. Mehr Von Petra Kolonko, Peking

06.12.2014, 13:57 Uhr | Gesellschaft
Die Forderung nach neuen Spielregeln für Google

Bei einem Streitgespräch mit Google-Chef Eric Schmidt forderte Sigmar Gabriel, die Marktmacht des amerikanischen Internet-Giganten zu begrenzen. Mehr

15.10.2014, 09:18 Uhr | Politik
Meistgesuchte Wörter 2014 Mario Götze schlägt Helene Fischer

Die Fußball-WM war das Lieblingsthema der Deutschen 2014, wie die Google-Suchen zeigen. Da kommt nicht mal Helene Fischer mit. Mehr Von Susanne Preuß

16.12.2014, 15:47 Uhr | Wirtschaft
Seltener Anblick in Nordkorea Kim Jong-un zeigt sich mit seiner Frau

Das sieht man selten: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un zeigt sich bei einem Konzert mit seiner Frau Ri Sol-ju. Das zumindest sollen die Bilder vermitteln, die von nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlicht wurden. Wo und wann die Aufnahmen gemacht wurden, bleibt allerdings ein Geheimnis. Mehr

09.12.2014, 13:52 Uhr | Gesellschaft
Sony sagt Kinostart ab Amerika vermutet Nordkorea hinter Hackeraffäre

Hacker haben mit Anschlägen gedroht, sollten Kinos den Film The Interview zeigen. Sony zieht Konsequenzen - und Amerika vermutet, dass Nordkorea dahinter steckt. Mehr

18.12.2014, 06:59 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.01.2013, 13:15 Uhr

Eine Steuer nur für Dumme

Von Reinhard Müller

Die Erbschaftssteuer muss nach dem Karlsruher Urteil gerechter gestaltet werden. Das bedeutet nicht den Untergang für Familienbetriebe. Ein großes Vermögen allein oder der Erhalt einer Dynastie kann eine Steuerbefreiung nicht rechtfertigen. Mehr 30 17


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutschlands modernste Branchen

Nahezu jedes Unternehmen wirbt gern mit „Fortschritt“ oder „Innovation“. Doch in den unterschiedlichen Branchen sind Marktneuheiten von ganz unterschiedlicher Bedeutung. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden