21.07.2010 · Die Deutsche Telekom will Anbieter von datenintensiven Diensten wie Google, Yahoo oder Apple künftig stärker zur Kasse bitten. Telekom-Chef René Obermann denkt offenbar an differenzierte Preise für verschiedene Übertragungsqualitäten.
Die Deutsche Telekom will Anbieter von datenintensiven Diensten wie Google, Yahoo oder Apple künftig stärker zur Kasse bitten. „Ein gut gemachtes Netzangebot ist am Ende auch kostenpflichtig“ sagte Telekom-Chef René Obermann dem „Manager Magazin“ (Erscheinungstermin: 23. Juli). Wenn die Telekom besondere Netzsicherheit oder höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete, müsse dies „auch differenziert bepreist werden“. Entsprechende Diskussionen mit Dienste-Anbietern wie Google seien angestoßen.
Obermann spricht sich damit gegen die sogenannte Netzneutralität aus. Befürworter der Netzneutralität fordern, dass alle Datenpakete gleich schnell durchs Internet transportiert werden sollen, egal ob man ein Onlinevideo abruft oder nur eine einfache Frage bei einer Suchmaschine absetzt. Manche Ökonomen plädieren andererseits dafür, zeitsensible Datenpakete im Falle von Datenstaus bevorzugt zu behandeln, weil es bei einigen Anwendungen kaum etwas ausmache, wenn die Daten leicht verzögert am Ziel ankämen. Etwa bei E-Mails oder beim Runterladen von großen Dateien über Nacht. Andere Anwendungen dagegen seien sehr zeitsensibel - etwa die Internet-Telefonie oder Video-Konferenzen über das Internet. Die unterschiedliche Zeitsensibilität müsse beachtet werden (siehe Datenverkehr: Stau im Internet ). Die Priorisierung von Daten gegen Aufpreis ist aber stark umstritten.
Einige Telekomkonzerne planen in Zukunft mit differenzierten Tarifen, mehr Geld für höhere Datenvolumina auf ihren Netzen zu bekommen. Bei den Mobilfunkanbietern zeichnet sich ein Trend ab, die Datentarife fürs mobile Internet nach unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu staffeln. Vodafone hat bereits Anfang des Jahres einen Tarif für eine höhere Bandbreite eingeführt. Bei der Deutschen Telekom ist dazu noch keine Entscheidung gefallen. In den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union wird seit Monaten kontrovers über die Netzneutralität debattiert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.374,63 | −1,40% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2428 | −0,48% |
| Rohöl Brent Crude | 104,33 $ | −2,36% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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