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Frankfurt : Datenzentren neben Wohnungen – und nun?

Nachbarn: Gegenüber vom Rechenzentrums-Betreiber Telehouse (rechts) sollen im Frankfurter Gallus 1500 Wohnungen entstehen (links) Bild: Wolfgang Eilmes

Ein Datacenter-Betreiber will weitere Rechenzentren in Frankfurt bauen und Dutzende Millionen Euro investieren. Nun fürchtet er Nachteile durch Wohnungen, die in seiner Nähe entstehen.

          Béla Waldhauser möchte für 40 Millionen Euro im Frankfurter Gallus einen Neubau errichten lassen. Ein Rechenzentrum soll es werden, versteckt hinter einem gut 20 Meter hohen Gebäuderiegel an der Kleyerstraße. Dort betreibt die von Waldhauser geführte Telehouse Deutschland GmbH am ehemaligen Sitz von Telenorma schon mehrere Datacenter. Im Februar will er den Bauantrag einreichen. Läuft alles wie bisher, könnte er sechs Monate später die Genehmigung in den Händen halten. Doch den Manager plagen Sorgen: Der Grund dafür ist der auf der gegenüber liegenden Seite geplante Bau von 1500 Wohnungen. Waldhauser argwöhnt, das Neubaugebiet könnte seine Expansionspläne stören und zudem für seine Telehouse GmbH hohe Kosten bedeuten.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gegenüber von Telehouse sollen bald sieben- und achtstöckige Wohngebäude entstehen. Das sieht der Bebauungsplan Kleyerstraße/Ackermannstraße vor, der Mitte November in Kraft getreten ist. Demnach können diese Häuser bis zu 25,5 Meter hoch werden. Waldhauser befürchtet nun einen Konflikt wegen des Lärms und der Abgase vom Betriebsgelände von Telehouse. Denn der Datacenter-Betreiber lässt rund um die Uhr die Anlagen laufen, die die Hochleistungsrechner von Kunden in seinen Gebäuden kühlen müssen. Einmal im Monat leitet die Firma aus Schloten die Dieselabgase aus Notstromaggregaten ab, die sie regelmäßig testen muss.

          Kein Bestandsschutz

          Wie der Manager beim Regierungspräsidium Darmstadt erfahren hat, kann er sich nicht auf Bestandsschutz berufen, wenn im „Einwirkungsbereich“ der Rechenzentren neue Wohnungen entstehen. Diese Neubauten müssen aus immissionsschutzrechtlicher Sicht berücksichtigt werden, bestätigt die Aufsichtsbehörden. „Darauf weisen wir die Antragsteller explizit hin“, heißt es beim Regierungspräsidium.

          Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats, beansprucht für die Stadt, in Planungsverfahren viel zu tun, um Gewerbebetriebe zu halten. Waldhauser sagt, Telehouse habe seine Bedenken kundgetan. Der Bebauungsplan wiederum schreibt „geeignete Vorkehrungen“ wie Doppelfassaden, verglaste Vorbauten und besondere Fenster als Lärmschutz vor. Waldhauser befürchtet dennoch Forderungen, Schlote höher zu bauen und Kühlanlagen-Gebäude stärker zu dämmen – für viel Geld. „Ich weiß, dass wir Wohnungsnot haben, aber man muss doch einen Kompromiss finden zwischen Wohnungen und dem, was hier seit 20 Jahren ist“, sagt er.

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