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Darmkeim EHEC Betreiber Sodexo schließt zwei Kantinen

24.05.2011 ·  An dem gefährlichen Durchfallkeim EHEC sind die ersten Menschen gestorben. Die Lebensmittelbranche ist besorgt, denn bislang haben Mikrobiologen die Ursache der Infektion noch nicht gefunden. In Kantinen hat es Rohgemüse schwer.

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Betreiber von Großkantinen, aber auch Nahrungsmittelhersteller und Landwirtschaftsverbände haben am Dienstag mit Sorge auf die zum Teil tödlich verlaufenen Erkrankungen infolge von EHEC-Infektionen geblickt. Obwohl die Ursache für die bundesweit mehrere hundert Erkrankungen nicht geklärt ist, vermuten Gesundheitsbehörden, dass die Bakterien über verunreinigten Salat oder Gemüse übertragen worden sein könnten, das mit Gülle gedüngt worden sei. EHEC-Erreger verbreiten sich auch über die Fäkalien von Wiederkäuern. Salatpflanzen können diese Bakterien dann wiederum über ihre Wurzeln aufnehmen. Aber auch über rohes Fleisch oder Rohmilchprodukte kann der Erreger übertragen werden.

Ein Teil der tödlich Erkrankten hatte sich die Infektion in Betriebskantinen zugezogen. In Frankfurt hatte die Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers (PwC) auf Anordnung des Gesundheitsamts schon am Montag zwei Kantinen schließen müssen, weil zehn Mitarbeiter erkrankt waren. Der zuständige Kantinenbetreiber Sodexo, der mehr als 1000 Betriebe in Deutschland unterhält, leitete zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ein. So werde kein rohes Gemüse mehr verwendet, Fleisch durchgebraten, Lieferanten müssten ihre Ware analysieren, sagte ein Sprecher. Weitere Fälle seien nicht bekannt. Auch der Kantinenbetreiber Aramark erwartet keine negativen Auswirkungen auf sein Geschäft. In dessen Kantinen gibt es weiter rohes Gemüse.

Ob wirklich mit Gülle gedüngtes Gemüse die Ursache für die EHEC-Infaktionen ist, bleibt Spekulation. Das mit der Untersuchung befasste Robert-Koch-Institut wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung ließen dies offen. In der Landwirtschaft ist es üblich, dass Viehhalter nebenher Mais- oder Getreideanbau betreiben und dort mit Gülle düngen. Gemüseanbaubetriebe bringen in der Regel Kunstdünger aus.

Verboten sei es nicht, Gemüse mit Gülle zu düngen, teilte der Industrieverbands Agrar mit. Gülledung sei unüblich, sagt auch der große Gemüseproduzent Mählmann Gemüsebau aus dem niedersächsischen Cappeln. Anders ist es bei Öko-Landbaubetrieben, die meisten Bioverbände lehnen Kunstdünger ab. Eine sogenannte Kopfdüngung – also nicht nach der Aussaat, sondern der bereits gesprossenen Pflanzen – ist ebenfalls nicht gängig. „Eine Kopfdüngung ist absolut unüblich, sowohl im Bio-, als auch im konventionellen Landbau“, sagt ein Sprecher des Verbands Bioland.

Auch der Großhandel betrachtet die Fokussierung auf Düngereinsatz als Panikmache. Auf Äckern rund um Hamburg seien am Dienstag Proben entnommen worden, sagte ein Gemüsegroßhändler.

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31.05.2012 17:45 Uhr
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