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Daimler-Hauptversammlung Zetsche will zurück in die schwarzen Zahlen

14.04.2010 ·  Ehrgeizige Absatzziele gibt Daimler-Chef Zetsche auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin aus: Gegenüber dem Krisenjahr 2009 soll der Absatz um drei bis vier Prozent steigen - und doppelt so schnell wie der globale Automarkt. Am Jahresende soll ein Gewinn eingefahren werden.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche hat sich nach starken Verkaufszahlen im ersten Quartal ehrgeizige Jahresziele gesetzt. „Wir wollen 2010 etwa doppelt so schnell wachsen wie der globale Pkw-Markt“, sagte der Manager am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin. Bei der Ergebnisentwicklung sieht der Vorstandschef das Herzstück des Autobauers Mercedes-Benz Cars ebenfalls über Plan.

„Wir haben uns nicht darauf beschränkt, in der Krise den Kopf über Wasser zu halten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende vor rund 5000 Aktionären. „Wir haben strategisch weiter unsere Hausaufgaben gemacht.“ Aktionärsschützer warfen dem Autobauer dagegen vor, noch immer nicht die Technologieführerschaft zurückerobert zu haben. Vor dem Kongresszentrum versammelten sich als „Sensenmänner“ verkleidete Konzerngegner und kritisierten, das Management habe aus Profitgier Arbeitsplätze vernichtet.

Mercedes-Benz Cars über Plan

Für das laufende Jahr bekräftigte Zetsche die Konzernprognose, ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von mehr als 2,3 Milliarden Euro einzufahren (2009: minus 1,5 Mrd). „Grundsätzlich sehen wir für Daimler aber ein sehr viel höheres Ertragspotenzial“, betonte der Manager. Für Mercedes-Benz Cars haben sich die Stuttgarter für 2010 ein Ebit von über 1,5 Milliarden Euro als Ziel gesetzt. „Nachdem die ersten drei Monate nun sehr gut verlaufen sind, ist das Wort 'über' deutlich hervorzuheben“, sagte Zetsche. Die Aktie legte nach der Ankündigung zeitweise gut ein Prozent auf über 36,50 Euro zu.

Ende der Gehaltskürzungen

Wegen des anziehenden Geschäfts ist die Kurzarbeit in den deutschen Pkw-Werken des Autobauers so gut wie beendet. Vorstand, Führungskräfte und rund 96 000 Mitarbeiter von Daimler bekommen von Juli an auch wieder ihr volles Gehalt. „Die Gehaltskürzungen bei den Führungskräften laufen am 30. Juni ab“, sagte Personalvorstand Wilfried Porth in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Das war von Anfang an als ein zeitlich befristeter Solidarbeitrag gedacht.“ Beim Vorstand entspricht der Verzicht etwa zwei Monatsgehältern, bei leitenden Führungskräften einem Gehalt.

Die Maßnahmen sind teil des massiven Sparkurses, den der Daimler-Chef wegen der dramatischen Absatzkrise eingeschlagen hatte. Gespart wird auch künftig bei den Reisekosten und anderen Ausgaben. „Das ist eine Kultur, die wollen wir über die Krise retten“, sagte Porth.

Auto-Absatzziel über Gesamtmarkt

Für den Gesamtmarkt rechnen die Stuttgarter für 2010 mit einer Steigerung der Pkw-Verkäufe von drei bis vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Daimler will um bis zu acht Prozent zulegen. 2009 war der Absatz der Daimler-Pkw-Sparte wegen der weltweiten Autokrise noch um 14 Prozent auf 1,1 Millionen Wagen zurückgegangen. Insgesamt gab es beim Konzernabsatz einen deutlichen Rückgang um ein Viertel auf 1,6 Millionen Fahrzeuge.

Unter dem Strich musste der Dax-Konzern im Vorjahr ein Minus von 2,6 Milliarden Euro verbuchen (2008: plus 1,4 Milliarden Euro). Wegen der roten Zahlen will Daimler in diesem Jahr keine Dividende ausschütten. Im Vorjahr hatten die Aktionäre noch 0,60 Euro je Aktie erhalten. Für 2010 stellte Zetsche wieder eine Ausschüttung von 40 Prozent des Konzernergebnisses in Aussicht.

Irangeschäft wird gekappt

Als Konsequenz aus dem internationalen Atomstreit mit dem Iran richtet Daimler seine Geschäftsbeziehungen mit dem Land neu aus. Der Autobauer werde sich von der 30-prozentigen Beteiligung an dem Dieselmotoren-Hersteller Iranian Diesel Engine Manufacturing trennen, kündigte der Vorstandsvorsitzende an. Die Politik der iranischen Führung gebietet es, die Geschäftsbeziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen, begründete der Manager den Schritt.

Immer mehr Unternehmen überdenken vor dem Hintergrund des Atomstreits ihre Geschäfte mit dem Iran. Hier eine Übersicht der Unternehmen, die in jüngster Zeit ihr Engagement im Iran reduziert oder eingestellt haben.

Royal Dutch Shell: Verkauft derzeit kein Benzin mehr an den Iran

Caterpillar: Macht keine Geschäfte mit dem Iran und will nun auch verhindern, dass Töchter des Unternehmens Ausrüstung an unabhängige Wiederverkäufer vertreiben und die Waren so doch im Iran landen

Münchener Rück und Allianz: Die deutschen Versicherer stellten im Februar alle Versicherungsaktivitäten im Iran ein

Siemens: Seit Januar nimmt der Konzern keine Aufträge aus dem Land mehr an

BP: Beliefert den Iran seit 2008 nicht mehr

(Reuters)

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