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Daimler-Chrysler Daimler-Vorstand mit großer Mehrheit entlastet

07.04.2005 ·  Der Vorstandsvorsitzende von Daimler-Chrysler, Schrempp, muß sich gegen Kritik der Investoren wehren. Weder mit der Entwickung des Aktienkurses sind sie zufrieden noch mit dem Ergebnis der Mercedes Car Group.

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Die Aktionäre von Daimler-Chrysler haben trotz aller Kritik Vorstand und Aufsichtsrat ihr Vertrauen ausgesprochen. Der Vorstand sei mit 94,5 Prozent entlastet worden, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper auf der Hauptversammlung mit. Im Vorjahr stimmten nur 88,49 Prozent für eine Entlastung. Der Aufsichtsrat wurde mit 94,38 Prozent entlastet, 2004 waren es 99,34 Prozent gewesen.

Sprecher großer Investmentfonds-Gesellschaften hatten Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp in Berlin heftig kritisiert. Schrempp hat vor den Aktionären die großen Probleme im Unternehmen eingeräumt, aber auch den zuletzt scharf kritisierten Kurs der Konzernführung verteidigt. Auf der Hauptversammlung in Berlin sagte Schrempp am Mittwoch, die Entwicklung bei der Mercedes Car Group (MCG) sei „total inakzeptabel“.

Schrempp erwartet vom nächsten Jahr an wieder deutlich steigende Gewinne. Dann würden sich das Kostensenkungsprogramm Core und die neue Modelle auszuwirken beginnen. 2005 werde es ohne die Sanierungskosten für die Kleinwagenmarke smart einen leicht höheren operativen Gewinn als im Vorjahr (5,8 Milliarden Euro) geben, sagte der Vorstandsvorsitzende. Da Schrempp die Kosten für das smart-Programm auf bis zu 1,2 Milliarden Euro bezifferte, wird der Gewinn 2005 tatsächlich aber geringer als im Jahr 2004 ausfallen.

Die Qualitätsprobleme bei Mercedes-Benz müßten umfassend und kulant und so schnell wie möglich in Ordnung gebracht werden. Die hohen Aufwendungen dafür seien eine „Investition in unser wertvollstes Gut, die Marke Mercedes-Benz“.

Mercedes-Absatz im März stabil

Der Absatz der Pkw-Sparte von Mercedes ist im März stabil geblieben. „Bei Mercedes-Benz gehen wir im März von einem Absatz auf dem Niveau des Vorjahres aus", sagte Schrempp. Die Zahl der abgesetzten Fahrzeuge belaufe sich auf rund 100.000 Stück. Im Gesamtjahr 2005 sei mit einem leichten Absatzplus zum Vorjahr zu rechen, bekräftigte Schrempp frühere Prognosen des Unternehmens.

Die Vorgaben, wie die Sparte wieder zu alter Ertragsstärke geführt werden könne, seien aber bereits definiert. Schrempp wiederholte das Ziel, im Jahr 2007 eine Umsatzrendite von 7 Prozent zu erreichen.

Schrempp ist mit der Entwickung des Aktienkurses im vergangenen Jahr nicht zufrieden. Die Aktie habe aber bei weltweit seitwärts tendierenden Kursen relative Stärke gezeigt, sagte er. Unter den im Dax notierten Automobilwerten habe die Daimler-Chrysler-Aktie die beste Entwicklung gezeigt. Bei der Gesamtrendite liege der Konzern im Vergleich mit der Automobilbranche auf Platz 4.

Investoren unzufrieden

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die Kleinaktionäre vertritt, hatte angekündigt, auf der Versammlung gegen eine Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats zu votieren. Klaus Kaldemorgen von der Deutschen-Bank-Tochtergesellschaft DWS sagte, die Geduld der Aktionäre sei erschöpft. Das milliardenteure Sanierungsprogramm für die defizitäre Kleinwagenmarke smart eine Bankrotterklärung, betonte Kaldemorgen. Die Mercedes-Car-Group werde 2005 tief in die Verlustzone geraten, prophezeite der Fonds-Manager. Die Kontrollinstanzen im Konzern seien mangelhaft. Der Wert der Marke Mercedes sei leichtfertig aufs Spiel gesetzt worden.

Auch Thomas Meier von Union Investment sagte, das Management habe in den letzten Jahren mehrfach die Prognosen zur operativen Entwicklung revidieren müssen. Die Aussagen zur Ergebnisentwicklung für die Jahre 2005 bis 2007 seien „zu unbestimmt.“ Union Investment wollte sich bei der Entlastung des Vorstandes der Stimme enthalten, sagte Meier unter dem Beifall der Aktionäre.

Quelle: @tor mit Material von Dow Jones, Reuters, dpa, AP
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