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Kooperation mit Daimler : Start-Up konzipiert Bus mit virtueller Haltestelle

  • -Aktualisiert am

Der Vito von Mercedes, hier als herkömmliches Taxi, soll schon bald als Sammeltransport-Taxi in London starten. Bild: Reuters

Das Start-Up Via bietet seinen Nutzern eine Mischung aus Taxi und öffentlichem Busverkehr. Schon heute werden seine Dienste millionenfach genutzt. Das hat nun Daimler auf den Plan gerufen.

          Die Transportersparte des Autobauers Daimler AG bietet künftig zusammen mit dem in New York ansässigen Start-Up „Via Transportation Inc.“ Sammelfahrten mit Vans an.  Dafür werden 50 Millionen Dollar in ein Gemeinschaftsunternehmen investiert, wie Volker Mornhinweg mitteilte, der Leiter der Transportersparte „Mercedes-Benz Vans“ in Stuttgart. Der gemeinsame Mitfahrdienst solle noch in diesem Jahr in London starten und dann gleichfalls schrittweise in anderen europäischen Großstädten angeboten werden.

          Via wurde 2012 von Daniel Ramot und Oren Shoval gegründet. Wie beim Fahrtdienstvermittler Uber kommt eine App zum Einsatz. Das Besondere dabei: Mit Hilfe eines Algorithmus werden die Anfragen von ähnlichen Start- und Zielpunkten kombiniert und die Routen der Passagiere gebündelt. Der Service ist also eine Art Mischung aus Taxi und öffentlichem Busverkehr.

          Die Konkurrenz wie Uber sei auf eine Kategorie festgelegt, beispielsweise das Taxi, sagte Shoval. Bei Via werden die Mitfahrer nicht direkt am Ort ihrer Wahl aufgenommen und abgesetzt, sondern an der nächsten "virtuellen Haltestelle", damit der Fahrer keine großen Umwege fahren muss und die Fahrt nicht unnötig teurer wird. Anders als beim Linienbus gibt es also keine festen Routen und Fahrpläne und anders als beim Taxi steigen Fahrgäste unterwegs zu und auch wieder aus.

          Gesteuert werden die Vans von professionellen Fahrern. Mornhinweg sieht vor dem Hintergrund der Diskussion über Fahrverbote in Deutschland „auch große Chancen“, den Dienst hierzulande einzuführen. Die Transportersparte und Via hatten bereits im kalifornischen Orange County einen solchen Mobilitätsservice in einem Pilotversuch angeboten. Das muss den deutschen Autobauer so überzeugt haben, dass er sich über die Daimler Mobility Services GmbH, die Finanzholding der Daimler Mobilitätsdienste, auch an Via beteiligt. Die Höhe der Beteiligung nannte Mornhinweg aber nicht.

          Bereits eine Million Fahrten im Monat

          Das Start-up will in der aktuellen Finanzierungsrunde insgesamt 200 Millionen Dollar einsammeln, wie aus mit der Sache vertrauten Kreisen verlautete. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit 2015 zusammen. In den vergangenen Finanzierungsrunden hatte auch schon der russische Oligarch Roman Abramowitsch, dem auch der britische Fußballclub FC Chelsea gehört, zu den Geldgebern gehört. Via hatte seinen Dienst zum ersten Mal 2013 in New York angeboten. Aktuell wickelt die Plattform in dieser amerikanischen Großstadt, sowie in Chicago und in der Hauptstadt Washington D.C über eine Million Fahrten im Monat ab, wie Ramot erklärte.

          Daimler-Manager Mornhinweg kündigte an, dass das neue Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Amsterdam in Europa auch mit Anbietern des Nahverkehrs zusammenarbeiten wolle. An sie sollen Lizenzen vergeben werden. Die Dienstleistung erhöhe die Auslastung der Fahrzeuge und entlaste somit die Innenstädte, in dem die Vans mit Computerhilfe entsprechend geleitet werden. Die Transportersparte will vor allem die V-Klasse und den Vito für den Personentransport einsetzen. Langfristig soll auch der Vito mit Batterieantrieb zum Einsatz  kommen – ohne einen Fahrer hinter dem Steuer.

          Quelle: FAZ.NET

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