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Conti-Übernahme Schenkelklopfen in Herzogenaurach

14.08.2008 ·  „Ätsch“, werden sich die Schaefflers in Herzogenaurach denken und sich klammheimlich auf die Schenkel klopfen. Denn mit ihrem erhöhten Angebot wird die Conti-Übernahme nun wohl recht glatt über die Bühne gehen. Damit hat sich Schaeffler unglaublich günstig ein tolles Unternehmen einverleibt.

Von Carsten Knop
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Die Nachricht ist nicht, dass der Autozulieferer Continental aus Hannover das Übernahmeangebot des Familienunternehmens Schaeffler abermals abgelehnt hat. Das war zu erwarten. Denn Vorstand und Aufsichtsrat von Continental müssen weiterhin versuchen, das im Interesse ihres Unternehmens beste Verhandlungsergebnis zu erzielen. Deshalb wäre es irrational, sich schon jetzt den Schaefflers in die Arme zu werfen.

Die Nachricht ist vielmehr, dass die Investmentbanken, die Conti zu seiner Verteidigung gegen die zu Beginn unerwünschte Offerte engagiert hat, keine überzeugende Alternative zu Verhandlungen gefunden haben. So viel Getöse zuvor um mögliche Finanzierungsschwierigkeiten der Schaefflers gemacht wurde, so viele Namen von möglichen „Weißen Rittern“ genannt wurden, so sehr über die juristische Zulässigkeit der von Schaeffler gewählten Übernahmetaktik und über die Möglichkeit einer außerordentlichen Hauptversammlung von Continental spekuliert wurde; am Ende gilt: Das war alles nur heiße Luft.

Der Gesprächsfaden ist nie abgerissen

Die Regie wurde die ganze Zeit am Schaeffler-Stammsitz in Herzogenaurach geführt. Der Gesprächsfaden zwischen den beteiligten Managern ist ja auch – zumindest schriftlich – nie abgerissen. Für Eingeweihte kam die in Aussicht gestellte Aufstockung des Angebots deshalb nicht völlig überraschend. Dass von diesen Vorgängen nichts Offizielles nach außen dringt, ist hingegen ebenfalls nachvollziehbar. Denn bevor die nun kolportierten 75 Euro je Aktie offiziell werden, wollen beide Seiten die für sie wichtigen Zusagen in der Tasche haben.

Für Schaeffler geht es um die Gewissheit, dass keine Nachforderungen mehr kommen. Continental – und vor allem die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat – pocht noch auf verlässliche Zusagen zum Erhalt der Arbeitsplätze, der Konzernstruktur, des Hauptsitzes und auch der Börsennotierung. Das wird nun die Nagelprobe. Und es ist ein Treppenwitz, dass ausgerechnet der Conti-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer nun gemeinsam mit seinen Arbeitnehmern für solche Zusagen streiten muss, die er selbst bei seinen Übernahmen immer als wertlos verworfen hat.

Zum Schluss wird es Garantien geben, die alle Seiten das Gesicht wahren lassen. Wennemer wird sich öffentlich darüber freuen, das Beste herausgeholt zu haben. Aber in Herzogenaurach werden sie sich – eher im Stillen – auf die Schenkel klopfen, sind die Schaefflers doch dank guten Timings unglaublich günstig an ein tolles deutsches Unternehmen gekommen.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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