Home
http://www.faz.net/-gqi-vx1m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Conti-Chef Wennemer über Gehälter „Bei manchen Summen bekomme auch ich Zweifel“

01.12.2007 ·  In der Debatte um hohe Managergehälter hat sich jetzt erstmals der Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns zu Wort gemeldet. Conti-Chef Manfred Wennemer hat Verständnis für die Kritik an überzogenen Vergütungen: „Manche Beträge, von denen ich lese, verstehe ich nicht mehr.“

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

In der Debatte um hohe Managergehälter hat sich jetzt erstmals der Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns zu Wort gemeldet. Conti-Chef Manfred Wennemer sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, er habe Verständnis für die Kritik an überzogenen Vergütungen: „Bei manchen Summen bekomme auch ich Zweifel. Manche Beträge, von denen ich lese, verstehe ich nicht mehr.“

Verwerflich findet er die Zahlungen an Manager speziell dann, wenn das Salär in keinem Verhältnis zu deren Leistung stehe. „Wenn man 50 Millionen Abfindung bekommt, weil man eine Firma an die Wand gefahren hat, dann wird die Argumentation schwierig“, sagte der Conti-Vorstandsvorsitzende. „Wenn kein Erfolg da ist, und trotzdem solche Beträge gezahlt werden, muss jeder Mensch fragen: Wo ist denn da die Leistung, die belohnt wird?“

Er selbst erhält vier Millionen

Gleichzeitig verwahrte sich Wennemer gegen Forderungen aus der Politik, gesetzliche Obergrenzen für Gehälter einzuführen. „Das wäre grundfalsch. Der Markt muss sich da selbst regulieren. Die Managervergütung ist Sache der jeweiligen Anteilseigner, des Aufsichtsrates und auch der Vorstände selbst“, sagte Wennemer und appellierte an seine Manager-Kollegen, Maß zu halten: „Es liegt in der gemeinsamen Verantwortung, zu sagen: Es genügt, da erreichen wir eine Grenze.“

Sein eigenes Gehalt von zuletzt vier Millionen Euro hält der Conti-Chef „angesichts der guten Position“ des Konzerns für angemessen: „Ich fühle mich wohl mit dem, was ich bekomme - zumal ich es mir nicht selbst genehmigt habe, sondern der Aufsichtsrat stellvertretend für die Inhaber des Unternehmens.“ Außerdem sei sein Gehalt zum kleineren Teil fix, betonte Wennemer. „Die Vergütung ist extrem an die Leistung gekoppelt.“

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 25 39

30.05.2012 15:15 Uhr
  Vortag
Dax 6.310,50 −1,35%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.374,84 −1,39%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2427 −0,49%
Rohöl Brent Crude 104,31 $ −2,38%
Gold 1.579,50 $ 0,00%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.