22.10.2009 · Heute bringt Microsoft sein neues Betriebssystem heraus. „Windows 7“ soll den Kunden nicht nur ein Fenster in die digitale Welt der Medien sein, sondern vor allem die traditionell starke Stellung des Softwareunternehmens untermauern.
Von Stephan FinsterbuschMit Pauken und Trompeten, einem riesigen Werbebudget und hohen Erwartungen bringt der Softwareriese Microsoft ein neues Betriebssystem auf den Markt. Windows-7 soll nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Steven Ballmer besser, robuster und leistungsfähiger sein als alles bisher Dagewesene. Es soll den privaten Konsumenten das Fenster ins multimediale Zeitalter öffnen, soll von ihnen einfacher und schneller zu bedienen sein und ihre Computer sicherer als bisher machen (lesen Sie dazu aus „Technik und Motor“ Windows 7 im Test: Die Sieben ist ein feiner Streich)
Paul Otellini, Vorstandsvorsitzender des Chipherstellers Intel, nennt das Programm "wegweisend". Windows-7 werde der Computerbranche Impulse für die Verkäufe von Rechnern geben, ist sich Michael Dell, Chef des gleichnamigen Computerherstellers, sicher. Unternehmen wie Dell, Hewlett-Packard und Lenovo werden die Markteinführung von Windows-7 in den kommenden Wochen und Monaten nutzen, um neue Computermodelle auf die Märkte zu bringen.
PC-Markt entwickelt sich besser als erwartet
Nach Angaben des Analystenhauses Gartner entwickelte sich der PC-Markt bereits im dritten Quartal besser als erwartet. Insgesamt wurden 81 Millionen PCs verkauft; das entspricht einem leichten Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Mit der Markteinführung von Windows-7 werden die Verkäufe weiter steigen. Das werde die Stellung von Microsoft im IT-Markt weiter festigen. Das Unternehmen darf mit einem Anteil von etwa 90 Prozent am Markt für PC-Betriebssysteme schon heute erwarten, dass in drei Jahren zwei Drittel aller Arbeitsplatzrechner in der Welt mit dem neuen System ausgerüstet sind. Derzeit laufen auf einer Milliarde Computern Betriebssysteme von Microsoft. Allein bis Ende 2010 könnten 180 Millionen Kopien des neuen Windows-7 verkauft werden. Das würde Umsatz und Gewinn von Microsoft steigern. Microsoft erlöste im vergangenen Geschäftsjahr über alle Sparten hinweg 58 Milliarden Dollar, verbuchte einen Betriebsgewinn von 20 und einen Nettogewinn von 14 Milliarden Dollar. Trotz der guten Zahlen waren Anleger und Analysten enttäuscht. Daher ist aus Sicht von Konzernchef Ballmer das Erreichen der jüngsten Ziele dringend nötig. Denn das von Microsoft vor drei Jahren herausgebrachte Vorgängerprogramm Vista entpuppte sich als Enttäuschung. Es war zwar gut, doch nicht gut genug; es war in wichtigen Bereichen seiner Zeit voraus, aber arbeitete oft unzuverlässig.
Das ließ zahlreiche Nutzer weiter auf das in ihren Computern bewährte Programm Windows-XP setzen. So kam es, dass im lautstark ausgerufenen Zeitalter multimedialer Computertechnik viele Rechner mit einem veralteten Grundlagenprogramm liefen. Das hatte die Konkurrenz nach langem Zögern handeln lassen. Der Internetkonzern Google kündigte ein eigenes Betriebssystem an. Zuvor hatte der Chiphersteller Intel die Arbeiten an einer Moblin genannten Basissoftware für Minicomputer aufgenommen. Apple bewies gerade einmal mehr mit seinem Leopard-Programm, dass es sowohl im Hard- wie auch im Software-Bereich einer der wichtigsten Trendsetter ist. Linux sorgt traditionell mit seinem frei verfügbaren Betriebssystem für Furore.
So schnell wie möglich gegen die Vista-Panne
Microsoft war im Sommer 2007 gut beraten, so schnell wie möglich der Vista-Panne gegenzusteuern. Vista war noch nicht ganz auf dem Markt, da trieb der stets mit breiter Brust, etwas zu lauten Tönen und zu kräftigen Gesten auftretende Vorstandschef Ballmer die Entwicklung der nächsten Betriebssystem-Generation schon voran. So wird Windows-7 für das Unternehmen mehr sein als nur eines von vielen Produkten. Es wird entweder die Garantie für die Fortsetzung der wohl größten unternehmerischen Erfolgsstory in der jüngeren Industriegeschichte werden - oder auch nicht.
Floppt das Programm, könnte das Microsoft ins Wanken bringen. Wird es ein Hit, dürfte sich das Unternehmen weiterhin an der Spitze einer rasanten Entwicklung sehen. Dafür hat es bei der Entwicklung des neuen Betriebssystems einiges getan. So ließ das Management Windows-7 auf den tragfähigen Fundamenten von Vista aufbauen. Das verkürzte die Entwicklungszeit und beantwortete wichtige Fragen wie die nach der Computersicherheit. Auch flossen während der Programmierung die Erfahrungen von 8 Millionen bedarfter und unbedarfter Computernutzer ein. Dafür gab es frei verfügbare Testversionen, die allein in Deutschland in wenigen Wochen eine Million Nutzer fanden. Diese Einbeziehung der künftigen Kundschaft schon auf der Entwicklungsstufe kam der Bedienfreundlichkeit zugute.
Vor allem aber vollzieht Microsoft mit Windows-7 die Wende zu mehr Offenheit, mehr Kooperationen und Partnerschaften. War das Unternehmen bislang mit viel Erfolg bestrebt, der Branche bestimmte Entwicklungen zu diktieren, greift es nun Trends wie Cloud-Computing, Virtualisierung und Mobilität auf, um sie zu verstärken und daraus Geschäft zu generieren. So sieht Microsoft sein Betriebssystem als Plattform für Anwendungen nicht nur hauseigener Text-, Tabellen- und Präsentationsprogramme.
Schlankes Programm
Windows-7 löst das enttäuschende Programm Vista ab und soll gleich noch dessen Vorgänger Windows-XP ersetzen. „Ein Netbook mit Windows-XP ist ab nächster Woche unverkäuflich“, sagte Achim Berg, Microsoft-Chef in Deutschland. Damit spricht er einen der größten Rückschläge an, den Windows Vista dem Unternehmen beibrachte und den Windows-7 nun gutmachen soll. Es läuft - anders als das ressourcenhungrige Windows Vista - auch auf den kleinsten PC. So soll Windows-7 nun endlich das noch weitverbreitete Windows-XP ablösen, eine Aufgabe, an der Vista scheiterte. Auf Netbooks vorinstalliert, kommt die reduzierte Starter-Edition zum Einsatz. Als Kaufprodukte verfügbar sind die Windows-7-Versionen Home Premium, Professional und Ultimate.
Windows-7 bricht mit der Tradition, mit jedem neuen Windows die Leistungsspirale der Hardware weiter nach oben zu schrauben. Tatsächlich läuft es auch auf PC, die schon seit Jahren ihre Dienste tun. Anders sieht dies aus, wenn neue Funktionen wie die Multitouch-Bedienung zum Einsatz kommen sollen. Sie setzt Monitore voraus, die auf die Berührung mit mehreren Fingern reagieren. Diese Technik ist bislang nur bei einigen Notebooks - beispielsweise Geräten von HP und Dell - verfügbar, gewinnt mit Windows-7 aber an Bedeutung.
Windows-7 ist aber auch mit der Maus und sogar mit der Tastatur intuitiver zu bedienen. So lassen sich Fenster - durch Rütteln und Schubsen mit der Maus oder entsprechende Tastenschlüssel - rasch verkleinern, vergrößern und positionieren. Ausgerichtet auf den Endverbraucher, wurde mit Windows-7 auch das Thema Heimnetzwerk forciert: Ohne Vorkenntnisse können über ein gemeinsames Kennwort PC untereinander vernetzt werden. Dem kommt auch die deutlich verbesserte W-LAN-Funktionalität von Windows-7 entgegen. (aywi.)
Besser als Microsofts Ruf
Karl Heinz (Ehrenwerter_Geschaeftsmann)
- 22.10.2009, 13:31 Uhr
tstststs - Microsoft...
FAZ Leser (solaris8)
- 22.10.2009, 14:50 Uhr
Und Sun Microsystems geht unter
Sophia Orti (rum)
- 22.10.2009, 14:52 Uhr
Übergang zu Unixoiden @thomas schimpf (tom_s)
Sophia Orti (rum)
- 22.10.2009, 16:55 Uhr
Bill Gates und Windows
Eva Steidl (evilein12)
- 22.10.2009, 18:35 Uhr
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