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Dank Verkäufen : Commerzbank zurück in Gewinnzone

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Die Commerzbank stellt wegen der „Cum-Cum“-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren 10,5 Millionen Euro zurück. Bild: ANTIN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Tagesgeschäft der Commerzbank schwächelt weiterhin, aber Sondererträge verhelfen ihr zu einem Gewinn. Zudem hat die Bank Rückstellungen wegen der „Cum-Cum“-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren gemacht.

          Die Commerzbank ist im Sommer dank einer Reihe von Sondererträgen in die Gewinnzone zurückgekehrt. Unter dem Strich verdiente das Geldhaus im dritten Quartal 472 Millionen Euro, wie es am Donnerstag mitteilte. Das lag im Rahmen der Markterwartungen. Vor einem Jahr hatte noch ein Verlust von 288 Millionen zu Buche gestanden. Das Tagesgeschäft, belastet von den niedrigen Zinsen, schwächelt aber weiterhin. „Wir konzentrieren uns auf Wachstum, um nachhaltig und langfristig profitabel zu sein“, erklärte Konzernchef Martin Zielke.

          Bis 2020 will die Commerzbank 14 Millionen Privatkunden in Deutschland haben, zwei Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Bis Ende September hatte sie 587.000 geschafft. Doch das schlägt sich bislang nicht im Ergebnis nieder, die bereinigten Erträge schrumpften im Quartal um neun Prozent auf zwei Milliarden Euro. Zielke bat um Geduld. „Wir haben dieses Jahr gute Fortschritte erzielt und wichtige Grundlagen für unsere Transformation gelegt.“

          Angetrieben wurde das Ergebnis von Sondereffekten: Der Verkauf des „Commerzbank-Towers“, die Auflösung der Partnerschaft bei Ratenkrediten mit BNP Paribas und die Veräußerung der Beteiligung am Kartenzahlungs-Dienstleister Concardis trugen rund eine halbe Milliarde Euro zum operativen Ergebnis bei.

          Schrumpfendes Kapitalpolster

          Wegen der Änderung der Bilanzierungsregeln (IFRS-9) zum Jahreswechsel rechnet die Commerzbank 2018 mit einem Schrumpfen des Kapitalpolsters. „Unter Berücksichtigung des IFRS-9-Effekts streben wir eine harte Kernkapitalquote von mindestens 12,5 Prozent zum 1. Januar 2018 an“, sagte Finanzchef Stephan Engels. Zuletzt lag sie bei 13,5 Prozent.

          Die Commerzbank erwägt einen schnelleren Abbau ihres Portfolio an Schiffskrediten - auch unter Inkaufnahme von Verlusten. Ende September hatte sie noch 3,3 Milliarden in den Büchern. „Wir sind auf gutem Weg, unser Jahresziel von rund drei Milliarden zu erreichen“, sagte Engels. „Wir prüfen mit Blick auf die IFRS-Umstellung zum Jahreswechsel, unser Schiffsportfolio so zu bewerten, dass wir es noch schneller als bislang geplant abbauen können.“

          Im Gesamtjahr erwartet die Bank weiterhin ein leicht positives Ergebnis - trotz hoher Kosten für den laufenden Stellenabbau, die sie zum Halbjahr verbuchte. Nach neun Monaten stand ein Konzernergebnis von 66 (Vorjahr: 96) Millionen Euro zu Buche.

          Rückstellungen wegen „Cum-Cum“-Transaktionen

          In der „Cum-Cum“-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren könnte die Bank nun doch betroffen sein. Im dritten Quartal stellte sie nach Angaben vom Donnerstag 10,5 Millionen Euro zurück, da sie möglicherweise Kapitalertragssteuer zurückzahlen muss. Zudem fordern Kunden, mit denen die Commerzbank Wertpapierleihgeschäfte eingegangen ist, Schadenersatz, weil ihnen Ansprüche aberkannt wurden. Die Erfolgsaussichten der Kunden schätzt die Commerzbank bislang als gering ein, die Analysen seien aber noch nicht abgeschlossen. „In diesen Fällen könnten sich auf Basis unserer Schätzungen finanzielle Auswirkungen im höheren zweistelligen Millionenbereich inklusive Nachzahlungszinsen ergeben“, erklärte die Commerzbank in ihrem Zwischenbericht. Im August hatte die Bank noch erklärt, sie sei nicht betroffen.

          Die „Cum-Cum“-Transaktionen galten bis vor kurzem - anders als „Cum-Ex“ - meist als legales Steuerschlupfloch. Doch ein Sinneswandel des Finanzministeriums schreckte die Branche auf. Das Ministerium hält nach einem Schreiben vom Juli „Cum-Cum“-Geschäfte - anders als noch im November 2016 - in den meisten Fällen für rechtswidrig. Damit würden zumindest Strafzinsen für die Jahre 2013 bis 2015 fällig. Die Finanzaufsicht BaFin hat bei allen 1600 deutschen Instituten abgefragt, welche Belastungen sie durch „Cum-Cum“-Geschäfte erwarten. Ergebnisse hat die Behörde bislang nicht veröffentlicht.

          Bei „Cum-Cum“-Transaktionen reichten ausländische Anleger ihre Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag an deutsche Banken oder Fonds weiter, die anders als sie keine Kapitalertragsteuer auf die Dividende zahlen mussten. Nach dem Stichtag bekamen sie die Papiere zurück, als „Belohnung“ erhielten die Inländer einen Teil der Dividende. Seit 2016 ist dieses Steuerschlupfloch geschlossen.

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