Home
http://www.faz.net/-gqi-7rctp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Banken Commerzbank droht 500-Millionen-Dollar-Strafe

Die amerikanischen Behörden gehen hartnäckig gegen alle Banken vor, die gegen Embargobestimmungen verstoßen haben. Bald kommt wohl die Commerzbank dran.

© Irl, Maria Vergrößern Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Der Commerzbank droht einem Zeitungsbericht zufolge wegen mutmaßlicher Verstöße gegen amerikanische Sanktionen eine Geldstrafe von mindestens 500 Millionen Dollar (370 Millionen Euro). Eine Einigung mit den amerikanischen Behörden auf eine Strafzahlung sei noch in diesem Sommer möglich, berichtete die „New York Times“ am Montagabend (Ortszeit). Die Commerzbank hatte - wie die Deutsche Bank auch - bereits eingeräumt, dass sie wegen ihrer Geschäfte mit Ländern wie dem Iran im Visier der amerikanischen Behörden steht. Die Verhandlungen mit den Behörden hätten gerade erst begonnen, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Wann sie abgeschlossen würden, sei unklar. Die Commerzbank wollte sich am Dienstag dazu nicht äußern.

Die Vereinigten Staaten verdächtigen Deutschlands zweitgrößte Bank, über ihre amerikanische Tochter Gelder für Unternehmen im Iran und im Sudan transferiert zu haben. Die New Yorker Staatsanwaltschaft, das amerikanische Justizministerium und weitere Behörden untersuchten, ob die Bank gegen amerikanische Embargobestimmungen vor allem gegenüber dem Iran, Sudan, Nordkorea, Myanmar und Kuba verstoßen habe, hieß es im Geschäftsbericht der Bank 2013. „Unter Berücksichtigung dieser Verfahren kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Bank sich hier gegen Zahlung eines nicht unerheblichen Geldbetrages vergleichen wird“, hieß es dort weiter. Nach deutschem Recht sind solche Transaktionen nicht verboten.

Mehr zum Thema

Insgesamt hat die Bank, die sich als größter Finanzier des international ausgerichteten deutschen Mittelstands sieht, für Rechtsstreitigkeiten 934 Millionen Euro Rückstellungen gebildet. Mit der Geldbuße könne die Commerzbank eine Anklage in den Vereinigten Staaten vermeiden, hieß es in dem Bericht. Die genannten amerikanischen Behörden waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Die Verhandlungen mit der Commerzbank könnten dem Bericht zufolge den Weg für eine Einigung mit der Deutschen Bank ebnen, der die vereinigten Staaten ebenfalls vorwerfen, gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern. Laut Geschäftsbericht kooperiert sie mit den Behörden. Erst kürzlich hatte die französische Großbank BNP Paribas wegen der Verstöße eine Buße von fast neun Milliarden Dollar aufgebrummt bekommen - weit mehr als alle anderen betroffenen Geldhäuser zusammen. Die beiden deutschen Großbanken erwarten Finanzkreisen zufolge aber deutlich geringere Strafen als BNP Paribas.

Quelle: RTR

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Amerika Commerzbank droht Milliardenstrafe

Es geht um Missachtung von Sanktionen und Geldwäsche. Nun stehen Commerzbank und Amerikas Behörden kurz vor einem außergerichtlichen Vergleich. Die Bank würde damit gleich zwei Vorwürfe vom Tisch wischen. Mehr Von Norbert Kuls, New York

12.12.2014, 06:03 Uhr | Wirtschaft
Angst vor Seuche Behörden in Australien und Vereinigten Staaten verschärfen Regeln wegen Ebola

Australien will vorübergehend keine Visa für Reisende aus Sierra Leone, Guinea und Liberia ausstellen. Amerikanische Behörden ordnen Quarantäne für heimkommende Soldaten an. Mehr

28.10.2014, 23:13 Uhr | Gesellschaft
Nach dem CIA-Bericht Folter vor Gericht?

Amerika lässt seinen CIA-Ermittlern im Kampf gegen den Terrorismus weitgehend freie Hand. Das Völkerrecht hat dort einen schweren Stand. Auch der Fall Masri hatte einst keine Folgen in den Vereinigten Staaten. Mehr Von Reinhard Müller

10.12.2014, 17:03 Uhr | Politik
Vereinigte Staaten Basejumper bleibt an Funkmast hängen

Viele Objektspringer scheuen die Polizei - in den Vereinigten Staaten konnte sich ein Basejumper nur mit einem Anruf bei den Behörden retten. Sein waghalsiger Sprung endete abrupt an einem Funkmast. Mehr

31.10.2014, 19:20 Uhr | Gesellschaft
Steuerhinterziehung? Deutsche Bank in Amerika verklagt

Die Deutsche Bank kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen: Auch in den Vereinigten Staaten muss das Institut nun vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft spricht von Steuerhinterziehung, Luftbuchungen und Scheinfirmen. Mehr

08.12.2014, 22:57 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.07.2014, 08:13 Uhr

Bescherung im Bundesrat

Von Heike Göbel

Die jüngsten Beschlüsse im Bundesrat bringen den Ländern mehr Geld. Für den Bund ist das nicht so gut. Mehr 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden