20.05.2010 · Die Aktionäre der Commerzbank haben dem Vorstand verschiedene Optionen zur Rückführung der Stillen Einlagen des Bundes genehmigt. Doch für ein neues Vergütungssystem gab es auf der Hauptversammlung keine Mehrheit. Vertreter des Bankenrettungsfonds Soffin enthielten sich.
Die Bundesregierung hat höheren Gehältern für die Vorstände der Commerzbank die öffentliche Zustimmung verweigert. Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin, der mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Aktionär der Commerzbank ist, enthielt sich in diesem Punkt auf der Hauptversammlung in Frankfurt offenbar der Stimme, wie aus der Auszählung der Voten hervorgeht. Während bei allen anderen Tagesordnungspunkten 48 Prozent des Grundkapitals votierten, gaben in der Frage der Vergütung nur 23 Prozent ihre Stimme ab. Davon stimmten fast 97 Prozent für das neue System.
In der gut zwölf Stunden dauernden Veranstaltung hatte sich kein Vertreter des Soffin zu Wort gemeldet, wie ein Sprecher der Bank sagte. Der Aufsichtsrat hatte das neue Vergütungssystem zu Jahresbeginn beschlossen. Es soll erst dann wirksam werden, wenn die Commerzbank wenigstens die Zinsen auf die Stille Einlage des Bundes aus dem Gewinn zahlen kann. Damit wird frühestens im Jahr 2011 gerechnet (Commerzbank verspricht Abschied vom Staat).
Das bis dahin auf Druck der Bundesregierung auf 500.000 Euro im Jahr gedeckelte Gehalt soll dann auf 750.000 Euro steigen, für den Vorstandschef sogar auf 1,3 Millionen. Dazu können Boni in Millionenhöhe kommen, die zum Großteil aber mit jahrelanger Verzögerung ausgezahlt werden, um den langfristigen Erfolg der belohnten Leistungen bewerten zu können. Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hatte die Änderungen vor den Aktionären noch verteidigt: Sie seien notwendig, damit der Vorstand stabil und motiviert weiterarbeiten könne (Commerzbank darf Chefgehälter nicht erhöhen).
Unmut in der Politik
In Teilen der Berliner Politik hatte das System für Unmut gesorgt. Das Bundesfinanzministerium hatte am Wochenende die Haltung bekräftigt, dass die Gehälter frühestens mit Beginn der Zinszahlungen steigen dürften.
Fast einstimmig ebneten die Aktionäre der Commerzbank einen möglichen Weg zum Ausstieg des Bundes bei dem in der Finanzkrise massiv gestützten Institut. Mit 98,3 Prozent der Stimmen räumten sie dem Vorstand die Möglichkeit ein, die Stille Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin zumindest teilweise in eigene Aktien zu tauschen, um sie dann umgehend am Markt zu platzieren. Vorstandschef Martin Blessing will mit der Rückzahlung der 16,4 Milliarden Euro spätestens im Jahr 2012 beginnen, hatte auf der Hauptversammlung aber auch eine Hintertür für einen früheren Start offen gelassen.
Damit der Bund bei einer möglichen Kapitalerhöhung der Bank seine Beteiligung bei 25 Prozent plus einer Aktie halten kann, schafft die Commerzbank ein weiteres genehmigtes Kapital, das dem Soffin auch dann einen Umtausch seiner Einlage in Aktien ermöglicht.
Eine Schande !!!
Oliver Müller (DieZeitIstReif)
- 20.05.2010, 13:04 Uhr
Commerzbank und der Vorstand
Franz Simon Haider (hallo1002)
- 20.05.2010, 14:33 Uhr
Aktionären gehört die Bank
Karsten Krug (kkrug)
- 20.05.2010, 15:28 Uhr
Steuerzahlervertreter enthielten sich: Pfui Teufel
karle weber (snowbussard)
- 20.05.2010, 15:31 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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