Die Aktionäre der Citigroup setzen ein Zeichen: Zweistellige Millionen-Dollar-Boni sind zu viel für Manager einer Bank, die sich gerade von der von ihr mitverschuldeten Finanzkrise erholt hat. Solche Bonuszahlungen sind überzogen für ein Kreditinstitut, dem die Notenbank Fed gerade eine Erhöhung der Dividende untersagte - damit es in einer Krise nicht abermals in Schieflage gerät.
Zwar ist das Votum der Aktionäre gegen die Vergütung nicht bindend. Der Vorstandschef und seine Leute können ihr Geld und ihre Aktien behalten. Aber es hat genug öffentlichkeitswirksame Symbolkraft, um die Kontrolleure der Geschäftsführung im Verwaltungsrat in Zugzwang zu bringen und Sonderprämien endlich stärker an die Geschäftsentwicklung zu koppeln.
Die Aktionärsrevolte bei der Citigroup könnte so stärkere Auswirkungen auf die zukünftigen Bonuspraktiken an der Wall Street haben als alle Protestmärsche der Occupy-Bewegung.
Die gesetzgeberische Reform nach der Finanzkrise gab den Aktionären ein lang überfälliges Mitspracherecht. Die Eigentümer der Citigroup nutzten es zum Aufstand. Die anstehenden Hauptversammlungen anderer Banken dürften spannend werden. Die Aktionäre sind aufgewacht.
Wurde aber auch Zeit...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 18.04.2012, 17:49 Uhr