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Chronologie Der Niedergang des Modekonzerns Escada

06.11.2009 ·  Mehrere Führungswechsel in kurzer Zeit, die Flaute bei Luxusmode und hohe Verluste markieren den Weg in die Insolvenz. Mit dem Verkauf an die indische Mittal-Familie hoffen Management und Insolvenzverwalter auf die Rettung des Unternehmens. Ein Rückblick.

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Der Modekonzern Escada hat einen jahrelangen Niedergang hinter sich. Mehrere Führungswechsel in kurzer Zeit, die Flaute bei Luxusmode und hohe Verluste markieren den Weg in die Insolvenz. Mit dem Verkauf an die indische Mittal-Familie hoffen Management und Insolvenzverwalter auf die Rettung des Unternehmens. Ein Rückblick.

Mai 2007: Escada-Chef Frank Rheinboldt verliert einen monatelangen Machtkampf gegen den russischen Großaktionär Rustam Aksenenko, der mehr Tempo bei der Modernisierung des Konzerns verlangt hatte. Rheinboldts Nachfolger wird der Franzose Jean-Marc Loubier.

Juni: Loubier kündigt an, unrentable Filialen zu schließen, das Geschäft mit Accessoires auszubauen und sich auf die Kernmärkte China, Vereinigte Staaten und Deutschland zu konzentrieren.

September: Die neue Kollektion floppt, Escada senkt die Prognose.

Februar 2008: Schwaches Interesse an der Herbst-Winter-Kollektion beschert dem Unternehmen sinkende Umsätze und weitere Verluste.
April: Angesichts der Finanzkrise hat der Finanzinvestor Apax kein Interesse mehr an einem Einstieg bei Escada. Spekulationen über einen Besitzerwechsel hatten der Aktie nach langer Talfahrt vorübergehend Auftrieb gegeben.

Juni: Die Tchibo-Eigner Wolfgang und Michael Herz steigen bei Escada ein und verpassen dem Konzern eine neue Führungsspitze. Neuer Vorstandsvorsitzender wird der frühere Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer. Der dritte Vorstandschef binnen zweieinhalb Jahren übernimmt den Konzern mit roten Zahlen.

März 2009: Nach einem Verlust von 70 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2007/08 (31. Oktober) und roten Zahlen auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres kämpft das Unternehmen ums Überleben. Finanzvorstand Markus Schürholz schließt eine Insolvenz nicht mehr aus.
Mai: Escada trennt sich von seinen Marken Laurèl, cavita und apriori.

Juni: Der von der Pleite bedrohte Konzern verlangt finanzielle Opfer von seinen Anlegern. Sie sollen auf mehr als die Hälfte einer Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro verzichten. Der Schritt ist Kernstück des finanziellen Notplans für Escada.

Juli: Nach mangelnder Resonanz bei den Anlegern bessert der Konzern den Rettungsplan nach und verlängert auch die Annahmefrist. August: Der Rettungsplan ist gescheitert, Escada stellt am 13. August Insolvenzantrag. Insolvenzverwalter wird der Münchner Rechtsanwalt Christian Gerloff.

September: Die Suche nach einem Investor läuft. Gerloff kündigt an, bis Anfang November einen Investor präsentieren zu wollen. Einziger offizieller Bieter ist der Münchner Anwalt und frühere EM.TV-Aufsichtsratschef Nickolaus Becker. Als Interessent gilt auch der Sohn des Firmengründers Wolfgang Ley, Sven Ley.

2. November: Das Amtsgericht München eröffnet das Escada- Insolvenzverfahren.

5. November: Der insolvente Damenmode-Hersteller wird an die Familie des indischen Stahl-Milliardärs Lakshmi Mittal verkauft. Vorausgegangen ist ein wochenlanges Bietergefecht, bei dem zeitweise mehr als ein Dutzend Interessenten im Spiel gewesen sein sollen.

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Von Heike Göbel

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30.05.2012 15:15 Uhr
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