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China VW plant Werk in Unruheprovinz

06.12.2011 ·  Nach F.A.Z.-Informationen plant VW in China ein weiteres Werk - in der Unruheregion Xinjiang. Eine entsprechende Ankündigung der Provinzregierung trifft das Unternehmen offenbar unvorbereitet.

Von Christian Geinitz, Peking
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© dpa Volkswagen plant in China ein weiteres Werk - in der Nordwestprovinz Xinjiang

Angetrieben von neuen Absatzrekorden in Fernost plant Volkswagen in China ein weiteres Werk. Als erster ausländischer Autobauer erwägt der Konzern die Errichtung einer Fabrik in der Nordwestprovinz Xinjiang. Chinas flächengrößte Provinz ist im Ausland vor allem durch wiederholte Unruhen unter der muslimischen Minderheit der Uiguren bekannt geworden

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist das neue Werk für Mittelklassewagen in der Hauptstadt Urumqi geplant. Die anfänglichen Investitionen des deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmens Shanghai Volkswagen (SVW) sollen 2 Milliarden Yuan betragen, rund 230 Millionen Euro. Als Modelle kommen die SVW-Baureihen der sogenannten Größe A in Betracht: Polo, Skoda-Octavia oder VW-Lavida, den es nur in China gibt

„Nach der Erschließung des Südens durch VW ist jetzt Chinas Westen dran“, erfuhr die F.A.Z. aus Industriekreisen in Peking. Die Regierung, die über die staatlichen Gemeinschaftsunternehmen an VW-China mitbeteiligt ist, wünsche die Expansion als Teil ihrer Strategie zur Erschließung der rückständigeren Regionen in Westchina. Dort leben mehr Menschen als in den Vereinigten Staaten. Deshalb baut VW derzeit schon in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, ein neues Werk mit seinem zweiten Partner FAW.

Ob das Engagement in Urumqi auch dazu dienen soll, die Region zu befrieden, ist noch unklar. Peking hat in der Vergangenheit viel Geld nach Xinjiang und Tibet gepumpt, um die Wirtschaft anzukurbeln, die Arbeitslosigkeit niedrig zu halten, den Lebensstandard zu heben und den Unmut unter den Minderheiten abzukühlen.

Volkswagen zeigte sich überrascht von der Mitteilung

Die neue VW-Fabrikation in Urumqi solle 2013 den Betrieb aufnehmen, bestätigt eine Internetseite des Planungsministeriums von Xinjiang (NDRC). Die Anfangskapazität werde 50.000 Personenwagen im Jahr betragen. Das NDRC, ohne das in China keine wichtigen Industrieentscheidungen getroffen werden können, habe dem Bau zugestimmt.

Ein VW-Sprecher bestätigte der F.A.Z., man werde angesichts des fortgesetzten Marktwachstums in China „neue Produktionsstandorte in Erwägung ziehen“. Darunter gebe es auch ein „Projekt Xinjiang“. Es sei Teil der „Go-West-Strategie“ des Unternehmens. Die Partner im Gemeinschaftsunternehmen hätten das Vorhaben aber noch nicht beschlossen. Offenbar traf die Ankündigung des NDRC die Deutschen unvorbereitet. Hinter den Kulissen heißt es, damit versuche die Provinzregierung offenbar, die Vertragsunterzeichnung zu beschleunigen.

Größte Investition der deutschen Automobilgeschichte

Nach NDRC-Angaben könnte das neue Werk auch der Ausfuhr dienen. Das wäre ein Novum für Volkswagen in China. In der Mitteilung heißt es, das Vorhaben schließe die Lücke der Pkw-Produktion in der Region, stärke die Industriebasis und helfe dabei, „Xinjiang in eine Produktions- und Montagebasis für den Export von Autos in den Westen zu entwickeln“. Möglicherweise ist dabei an die direkten Nachbarsstaaten gedacht. Xinjiang hat im Westen Grenzen mit Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan, Indien und Pakistan. Im Norden liegen Russland und die Mongolei.

Mit rund 28 Prozent vom Gesamtabsatz ist China für den Volkswagenkonzern der mit Abstand wichtigste Markt. Zu der Gruppe gehören die Pkw-Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini, Bugatti und demnächst auch Porsche. Zwischen 2012 und 2016 stecken die Wolfsburger zusammen mit ihren chinesischen Partnern SAIC und FAW 14 Milliarden Euro in neue Werke und Modelle. Das ist die größte Investition in der deutschen Automobilgeschichte.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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