03.08.2005 · Der Altana-Konzern will die Fürther Spezialchemiefirma Eckart übernehmen. Außerdem wird Altana seine Chmiesparte eigenständig an der Börse notieren lassen. Das Unternehmen hebt seine Prognosen.
Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana verstärkt seine Chemie-Sparte und will sie im kommenden Jahr an die Börse bringen. Für 630 Millionen Euro wird das Fürther Spezialchemie-Unternehmen Eckart zugekauft. Nach der Integration der Eckart-Gruppe solle die Chemiesparte im Laufe des Jahres 2006 als selbstständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden, teilte Altana am Mittwoch mit. Der bisher größte Unternehmensbereich Pharma solle in Zukunft ebenfalls ein selbstständiges börsennotiertes Unternehmen werden.
Altana Chemie werde das komplette Geschäft von Eckart übernehmen. Es sei die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Altana. Die Chemiesparte sei nun so positioniert, daß eine Verselbstständigung als börsennotiertes Unternehmen sinnvoll sei, sagte Altana-Chef Nikolaus Schweickart. Modalitäten zur Abspaltung der Chemiesparte würden noch bekanntgegeben. „Es ist vorgesehen, für die Altana-Aktionäre ein attraktives Paket zu schnüren“, versprach der Vorstand den Anteilseignern.
Investoren optimistisch
Investoren begrüßten die Pläne und kauften massiv zu. Die Altana-Aktie war mit einem Plus von zeitweise gut sechs Prozent auf 46,49 Euro klar stärkster Dax-Wert. Nach Einschätzung von Branchenexperten wäre die neue Struktur des Konzerns sinnvoll und konsequent. „Die Trennung von Chemie und Pharma erscheint uns als logischer Schritt“, schrieb die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) in einem Kurzkommentar. Es gebe keinerlei Synergien zwischen den Bereichen und die kleine Holding in Bad Homburg könne ohne große Kosten aufgelöst werden.
Altana hat im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn gesteigert und seine Ergebnisprognose für 2005 leicht angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrage 347 Millionen Euro und sei damit um zwölf Prozent zum Vorjahr gestiegen. Analysten hatten im Durchschnitt ein Ebit von 313 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 1,552 Milliarden Euro.
Pharma-Sparte deutlich besser als erwartet
Die Entwicklung bei Altana Pharma erlaube die Anhebung der Prognose, wenngleich die Marketing- und Vertriebskosten für „Alvesco“ stark gestiegen seien und die Weiterentwicklung von „Daxas“ zu erhöhten Aufwendungen führe. Der Hauptumsatzträger „Pantoprazol“ werde 2005 ein Marktwachstum von 8 bis 10 Prozent erfahren, hieß es weiter. Auch der Eigenumsatz werde in der Pharma-Sparte in dieser Größenordnung zulegen. Das Spartenergebnis werde deutlich besser als im Vorjahr ausfallen. 2004 lag der Gewinn vor Steuern in diesem Bereich bei 532 Millionen Euro.
Die Chemiesparte werde 2005 organisch im einstelligen Prozentbereich wachsen, wobei sich im zweiten Halbjahr eine konjunkturelle Abschwächung zeigen könnte. Dabei werde das Ergebnis auf dem Vorjahresniveau oder leicht darunter liegen. Das Vorsteuerergebnis des Bereichs Chemie lag 2004 bei 115 Millionen Euro.
Im Gesamtjahr erwarte Altana nun eine Steigerung des Vorsteuerergebnisses (Ebt) im mittleren einstelligen Prozent-Bereich, hieß es. Zuvor hatte sich der Vorstand noch zurückhaltender geäußert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.378,77 | +0,08% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2540 | −0,27% |
| Rohöl Brent Crude | 107,50 $ | +0,61% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
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