Der Chemiekonzern Lanxess hat im zweiten Quartal dank Sparmaßnahmen und Preisanhebungen seinen Gewinn deutlich gesteigert und die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. Beim operativen Gewinn übertraf der erst vor wenigen Monaten von Bayer in die Eigenständigkeit entlassene Konzern die Erwartungen von Analysten. Zugleich kündigte Lanxess am Donnerstag weitere Sparmaßnahmen und Stellenabbau in Europa und in den Vereinigten Staaten an.
„Bereits eingeleitete Restrukturierungen und die konsequent angewandte Preis-vor-Mengen-Strategie haben sich positiv auf unser Ergebnis ausgewirkt“, bilanzierte Lanxess-Chef Axel Heitmann in Leverkusen den Zwischenbericht. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten nahm um 41,7 Prozent auf 163 Millionen Euro zu. Analysten hatten nach einer Umfrage von Reuters im Schnitt lediglich 151 Millionen Euro erwartet. Die Ebitda-Marge vor Sonderposten verbesserte sich auf 8,8 (Vorjahreszeitraum: 6,9) Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun, bei einem moderaten Umsatzanstieg ein Ebitda vor Sonderposten von 550 bis 560 Millionen Euro zu erreichen. Das wäre ein Plus von mindestens 23 Prozent. Bislang war nur ein Zuwachs von mehr als zehn Prozent in Aussicht gestellt worden.
Der Konzern, der einen harten Sanierungskurs fährt, setzte im Zeitraum April bis Juni 1,859 Milliarden Euro um, ein Plus von 11,1 Prozent. Unter dem Strich stand ein Überschuß von 24 (Verlust: 29) Millionen Euro in den Büchern.
Zweites Sparpaket angekündigt
Die Neuausrichtung des Konzerns werde weiterhin höchste Priorität haben, um die Ergebnislücke zum Wettbewerb zu schließen, kündigte Lanxess-Chef Heitmann an. Im Rahmen eines zweiten Sparpakets will der Konzern jährliche Einsparungen von 60 Millionen Euro erzielen, zwei Drittel davon sollen bereits 2007 eingefahren werden. Dabei gebe es auch Schließungen nicht-profitabler Standorte, vor allem in den Vereinigten Staaten und Europa. Etwa 450 Stellen sind von dem Sparpaket betroffen, für das die im Nebenwerteindex MDax gelistete Gesellschaft bis 2008 Einmalkosten von rund 100 Millionen Euro veranschlagt.
Das Lanxess-Management hatte angekündigt, durch massive Restrukturierungen und Stellenkürzungen die langfristige Überlebensfähigkeit des Konzerns sichern zu wollen. In Deutschland war der Konzern dabei unlängst ein großes Stück weitergekommen. Im Juni war ein Maßnahmenbündel unter Dach und Fach gebracht worden, mit dem die Verluste schreibenden Bereiche Feinchemikalien und Kunststoffe (Styrenic Resins) neu ausgerichtet werden sollen. Das Sparpaket sieht den Abbau von insgesamt 960 Stellen in den Bereichen bis Ende 2007 vor.
