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Veröffentlicht: 20.12.2016, 03:15 Uhr

Casino-König James Packer reißt das Ruder herum

Die Hochzeit mit Mariah Carey platzte, in China sitzen Angestellte in Haft. Doch jetzt macht der Casino-Impressario Geld, um seine Pläne in Australien umzusetzen.

von , Canberra
© AFP Casino-König James Packer

Während 17 seiner Angestellten noch in China in Haft sitzen, strukturiert der australische Casino-Milliardär James Packer von seiner Polo-Pferde-Farm Ellerstina in Argentinien aus seinen Besitz neu. Seine Verlobung mit Sängerin Mariah Carey endete im Herbst überraschend, und auch der geschäftliche Erfolg blieb in den vergangenen Monaten aus. Nun aber geht Packer in die Offensive.

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In drei Tranchen trennte sich sein Spiele-Konzern Crown Resorts von Anteilen an Melco Crown Entertainment. Dies ist der Hongkonger Glücksspielkonzern von Packer-Freund Lawrence Ho, dem Erben des legendären Hongkonger Milliardärs Stanley Ho. Dahinter steht der Plan, sich künftig vor allem auf das Casino- und Hotelgeschäft in seinem Heimatland Australien zu konzentrieren.

Die Verhaftung seiner Angestellten in China aufgrund der unterstellten, illegalen Werbung und möglicherweise auch Bestechung für das Glücksspiel mag zu der Entscheidung beigetragen haben. Geholfen hat ganz sicher der Kursgewinn der Melco Crown Aktie angesichts des Vorgehens der chinesischen Behörden gegen ausländische Glücksspielkonzerne, etwa aus Las Vegas, auf der Spiele-Insel Macau vor den Toren Hongkongs. Allein im November hatte das Papier 13 Prozent gewonnen.

Die Zukunft absichern

Mit der Restrukturierung will der Groß-Erbe Packer aber nicht nur die Vergangenheit hinter sich lassen und viel Geld verdienen, sondern auch die Zukunft absichern: Alles dreht sich nun um den Bau des mindestens 2 Milliarden Dollar teuren Casino-Turms im neuen Finanzzentrum Barangaroo in Sydney. Schon zuvor hatte sich Crown aus Amerika, Japan und – gezwungenermaßen – aus Sri Lanka zurückgezogen. Das Geld aus diversen Anteilsverkäufen hatte er auch gebraucht, um eine Milliarden-Dollar-teure Einigung mit seiner Schwester Gretel in ihrem Erbstreit einzuleiten.

Aus dem Anteilsverkauf an Melco Crown dürfte Packer rund 1,9 Milliarden Dollar machen, der Verkauf in Las Vegas hatte ihm 2 Milliarden Dollar eingebracht. Packer hält selber 48 Prozent am börsennotierten Crown-Konzern. Er braucht das Geld: Sydney ist ein Prestige-Projekt für seinen Konzern, zumal es auf seinen verehrten Vater zurückgeht.

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Aufgrund der Attacke der chinesischen Behörden gegen reiche Glücksspieler aber sank der Umsatz mit ihnen um 45 Prozent, derjenige in den australischen Casinos schon um 12 Prozent in diesem Jahr. Und genau zu diesem Zeitpunkt eröffnete Packer ein Glücksspielresort in Perth für 700 Millionen Dollar, derjenigen westaustralischen Stadt, die sehr unter den gesunkenen Bodenschatzpreisen gelitten hat. Das neue Finanzpolster ist ein konservativer Schachzug, der den Bestand des Packer-Konzerns absichern soll.  

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