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Carlos Ghosn : Kommt Renaults 8000-Dollar-E-Auto so schnell?

  • Aktualisiert am

Carlos Ghosn Bild: dpa

Gerade erst hat der Renault-Chef ein sehr günstiges Elektro-Auto für China in Aussicht gestellt. Nun verrät er mehr. Und auch, wovor er keine Angst hat.

          Eine Elektroauto für ungefähr 8000 Dollar - das kündigte Renault-Chef Carlos Ghosn schon vor wenigen Tagen an. Nun hat er nachgelegt und gegenüber dem amerikanischen Finanzsender CNBC gesagt, wann es auf den Markt kommen könnte: Vielleicht schon in zwei Jahren.

          Zugeschnitten sein soll das Auto für den wachsenden chinesischen Markt. Dort werde es auch gefertigt, mit chinesischen Ingenieuren und chinesischen Zulieferern, erklärte der Automanager. Dabei betonte er, dass sein Unternehmen das Preisziel erreichen wolle ohne staatliche Anreize zu berücksichtigen.

          „Wir brauchen Tausende Software-Entwickler“

          Ghosn äußerte sich während der Internet-Konferenz „Web Summit“ in Lissabon auch dazu, wie es um die ebenfalls mit Spannung beobachtete Entwicklung von Roboterautos verschiedener Hersteller steht. „Unser Ziel ist eine Technologie, die man überall einsetzen kann und die fehlerfrei
          funktionert“, sagte er. Und genau da liege die Herausforderung: Der Schritt von 99-prozentiger Verlässlichkeit zu 100 Prozent sei eine große Sache.

          Zudem seien die Verkehrsbedingungen überall auf der Welt unterschiedlich: „Es ist einfacher, ein Auto autonom im Stadtverkehr in Tokio fahren zu lassen, als zum Beispiel in Kairo.“

          Dabei gab er eine Kooperation mit der Firma Chronocam bekannt, die Systeme zur Analyse der Verkehrsumgebung mit Hilfe von Kameras entwickelt. Die etablierten Autohersteller seinen stark auf das traditionelle Ingenieurswissen der Branche ausgerichtet, räumte er zugleich ein. „Wir brauchen tausende Software-Entwickler.“ Deshalb
          kooperierten Renault und andere Autobauer in großem Stil mit Technologie-Firmen wie Chronocam.

          Der Renault-Chef sagte zudem, er glaube für die nächste Zeit nicht daran, dass neue Mobilitäts-Dienste wie Uber der Branche ihr traditionelles
          Geschäft mit dem Verkauf von Autos kaputtmachen werden. „Ich sehe das für die nächsten zehn Jahre nicht.“

          Es gebe zwar tatsächlich westliche Großstädte wie New York oder Paris, in denen immer mehr Menschen ein Fahrzeug nur nutzen wollen, statt eins zu besitzen. „Aber schauen sie sich auch Moskau, Mumbai, Rio de Janeiro oder Afrika an, wo ein Auto zu kaufen immer noch mehr als eine rein rationale Entscheidung ist.“

          Quelle: ala./dpa

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