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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Bundesregierung empört über Äußerungen Ackermann schon wieder Buhmann

 ·  Josef Ackermann war noch nie der Liebling der Deutschen. Jetzt hat er es sich sogar mit der Regierung verscherzt. Angebliche Äußerungen des Deutsche-Bank-Chefs zum Rettungspaket sorgten für Empörung in Berlin. Da half es nichts, dass das Unternehmen erklärte, die Sätze seien nur kolportiert worden.

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Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat mit Äußerungen zum Rettungspaket für die Finanzbranche heftige Empörung in der Bundesregierung ausgelöst. In ungewöhnlich scharfer Form wies Regierungssprecher Thomas Steg den Top-Banker zurecht. Dessen Einlassungen seien „äußerst bedenklich, unverständlich und unakzeptabel“, sagte Steg am Montag in Berlin. In der Kabinettsitzung hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück diese Kritik zum Ausdruck gebracht und seien dabei von den anderen Mitgliedern der Regierung energisch unterstützt worden.

„Außerordentlich bedenkliche“ Äußerungen

Ackermann hatte einem Bericht des „Spiegel“ zufolge vor Managern erklärt, er würde sich schämen, wenn seine Bank in der Krise Geld vom Staat annehmen würde. In einem Interview hatte er es zudem abgelehnt sich in der Finanzkrise zu entschuldigen. Die Deutsche Bank sprach von „reiner Kolportage“, die Äußerungen stammten nicht aus einem Interview, sagte ein Sprecher am Montag.

Video: Ackermann in der Kritik

Welche Haltung der Vorstandschef in dieser Frage habe, zeige sein Gespräch mit der „Bild am Sonntag“. Darin hatte Ackermann betont, dass das größte deutsche Geldhaus kein Kapital vom Staat benötige. Zugleich machte er deutlich: „Es darf jedenfalls nicht dazu kommen, dass aus falschem Prestige-Denken hilfsbedürftige Banken die von der Regierung angebotene Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Wer nicht über ausreichend Kapital verfügt, sollte es sich auf dem freien Markt oder beim Staat besorgen.“

Diese Differenzierung kam in Berlin kaum an. Steg sagte, das gesamte Bundeskabinett sei der Meinung, dass Ackermanns Äußerungen als „außerordentlich bedenklich“ einzustufen seien, und der Banker sich damit nicht als Vorbild erwiesen habe. Ackermann beweise mangelnde Einsicht und fehlendes Verständnis „für das, was sich in den vergangenen Wochen ereignet hat.“

Steinbrück fordert Klarstellung

Dies sei umso unverständlicher, als er selber an der Konzeption des Rettungspakets mitgearbeitet habe. Ackermanns Äußerungen „waren so zu verstehen, dass derjenige, der Gelder des Staates in Anspruch nimmt, gleichsam ein schlechtes Gewissen haben muss. Das gilt für die Bundesregierung als absolut unverständlich und inakzeptabel“, sagte Steg. Unternehmen, die sich unter den Rettungsschirm begeben würden, bewiesen Mut und handelten verantwortungsbewusst und keinesfalls ehrenrührig. Gerade Ackermann habe immer nach einer systemischen Lösung gerufen. Dass er dies nun kritisiere, sei nicht nachvollziehbar.

Finanzminister Peer Steinbrück forderte eine Klarstellung des Topmanagers. „Ich fände es wünschenswert, wenn Herr Ackermann öffentlich sehr deutlich machen würde, dass er zu den Unterstützern dieser Konstruktion gehört - zumal er maßgeblich daran mitgewirkt hat“, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf das Finanz-Rettungspaket des Bundes. Ackermann habe in persönlichen Gesprächen mit ihm selbst darauf gedrungen, dass es in der Finanzkrise nicht bei Einzelfalllösungen bleiben könne, sondern es einer „systemischen Lösung“ bedürfe, sagte Steinbrück. Er verlangte zudem eine Klarstellung von Ackermann, dass Finanzinstitute, die den staatlichen Hilfsfonds in Anspruch nehmen, nicht schlechter zu beurteilen seien als solche Geldhäuser, die das nicht müssten.

Müntefering macht „jugendlichen Übermut“ bei Ackermann aus

Auch SPD-Chef Franz Müntefering kritisierte Ackermann. Die Einlassungen seien nicht hilfreich gewesen und wohl auf „jugendlichen Übermut“ des 60-Jährigen zurückzuführen, spottete Müntefering. Er mahnte die Banker zur Vorsicht. „Das, was da ausgelöst wird, ist ja gewissermaßen die Diskriminierung desjenigen, der als erster startet“, fügte er hinzu. Auch im Parteipräsidium seien die Äußerungen kritisiert worden.

Ackermann hatte darüber hinaus am Wochenende erklärt, er sehe keinen Grund für eine Entschuldigung, wie sie Bundespräsident Horst Köhler wegen der Finanzkrise von den Banken gefordert hatte. Sein Unternehmen habe erheblich weniger und weniger gravierende Fehler gemacht als andere, sagte Ackermann der „Bild am Sonntag“. „Wir haben selbst in der Krise bisher noch über drei Milliarden Euro netto verdient, eine hohe Kapitalquote und können uns Zukäufe wie zum Beispiel bei der Postbank leisten. So schlecht haben wir uns also nicht geschlagen.“

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