Home
http://www.faz.net/-gqe-772u1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Bundesagentur für Arbeit Verstöße beim Einsatz von Zeitarbeitern bei Amazon

Beim Einsatz von Zeitarbeitern durch Amazon kam es nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit zu Verstößen gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Derweil nimmt nun auch das Bundeskartellamt den Versandhändler unter die Lupe.

© dpa Vergrößern Bei Amazon kam es beim Einsatz von Zeitarbeitern nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit zu Verstößen

Beim Einsatz von Zeitarbeitern durch den Versandhändler Amazon ist es zu Verstößen gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz gekommen. Dies hat die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung festgestellt und widersprach damit einer Mitteilung des betroffenen Zeitarbeitsunternehmens Trenkwalder vom Vortag. Um welche Verstöße es sich handelte, wurde aus Gründen des Datenschutzes nicht gesagt.

Trenkwalder hatte im Weihnachtsgeschäft rund 1000 Zeitarbeiter für den Versandhändler im nordhessischen Bad Hersfeld bereitgestellt, darunter mehr als 60 Spanier und Schweden. In einem ARD-Fernsehbeitrag wurden die Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter kritisiert und über mögliche Gesetzesverstöße bei der Unterbringung und Abrechnung spekuliert. Am Donnerstag will sich die Arbeitsagentur zu den Sanktionen gegen Trenkwalder äußern. Dabei kann es sich um Auflagen und Geldbußen handeln, im härtesten Fall auch um einen Lizenzentzug.

Mehr zum Thema

Auch das Bundeskartellamt nimmt derweil Amazon unter die Lupe. Die Wettbewerbshüter verdächtigen den amerikanischen Konzern, den Wettbewerb zwischen verschiedenen Marktplätzen im Internet zu beschränken. Dabei geht es um den Amazon Marketplace, über den Händler ihre Waren anbieten können, wie die Bonner Behörde am Mittwoch mitteilte.

Im Zentrum der Untersuchung steht eine „Preisparitätsklausel“. Diese untersagt Händlern, Produkte, die sie auf Amazon Marketplace anbieten, an anderer Stelle im Internet günstiger zu verkaufen. Das Verbot bezieht sich sowohl auf andere Internet-Marktplätze wie etwa Ebay als auch auf die eigenen Online-Shops der Händler. Die Klausel „kann gegen das allgemeine Kartellverbot verstoßen“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Gewerkschaft: Amazon zahlt hoehere Stundenloehne © dapd Vergrößern Amazon ist nun auch in den Fokus des Bundeskartellamts geraten

Dies sei vor allem dann der Fall, wenn durch die Beschränkung der Preissetzungsfreiheit der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Internet-Marktplätzen beschränkt wird. Das Kartellamt will nun rund 2400 Händler befragen, die Waren bei Amazon anbieten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann die Behörde Amazon zwingen, künftig auf die Preisparitätsklausel zu verzichten. Von Amazon war zunächst keine Stellungnahme dazu zu erhalten.

Amazon ist hierzulande jüngst auch an anderer Stelle unter Druck geraten. Der Internet-Versandhändler hatte einem umstrittenen Sicherheitsdienst gekündigt, der nach einem Medienbericht Leiharbeiter bespitzelt hatte und zudem im Verdacht stehe, Kontakte in die Neonazi-Szene zu haben. Auch die Zusammenarbeit mit einem zweiten Dienstleister beendete Amazon in diesem Zusammenhang.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Amazon-Serie Transparent Wenn Vater seinen Typ verändert

Amazon bietet eine große Fernsehwelt an. Sie passt in einen kleinen Stick. Doch was produziert der Online-Händler dabei eigentlich selbst? Eine Serie wie Transparent – in der wird ein Mann zur Frau. Mehr Von Uwe Ebbinghaus

15.04.2015, 22:58 Uhr | Feuilleton
Bad Hersfeld Gewerkschaft Verdi: Druck auf Amazon erhöhen

Beim Versandhändler Amazon beginnt eine neue Streikrunde. Mehr

08.12.2014, 20:32 Uhr | Wirtschaft
Internetknoten prüft Eine Klage gegen den Nachrichtendienst?

Der Bundesnachrichtendienst überwacht den Internet-Knoten De-Cix. Der will sich jetzt wehren. Und denkt über eine Klage nach. Mehr Von Martin Gropp

23.04.2015, 09:24 Uhr | Wirtschaft
Internet-Prozess Keine U-Haft für Kim Dotcom

Kim Dotcom, Gründer der Internetplattform Megaupload, muss zunächst nicht ins Gefängnis. Ein Richter im neuseeländischen Auckland hat entschieden, dass keine Fluchtgefahr oder Verstöße gegen Bewährungsauflagen vorliegen. Mehr

01.12.2014, 12:25 Uhr | Wirtschaft
Keine Stellenanzeigen abrufbar IT-Problem legt Arbeitsagenturen lahm

Eine Computerpanne legt Jobcenter in ganz Deutschland lahm. Wer einen Termin hat, soll trotzdem kommen, sagt die Behörde. Die Mitarbeiter greifen zu Stift und Papier. Mehr

20.04.2015, 14:07 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.02.2013, 14:21 Uhr

Die digitale Bank

Von Holger Steltzner

Das Urteil der Börse über die „neue“ Strategie der Deutschen Bank ist ebenso bitter wie berechtigt. Vorstand und Aufsichtsrat schaffen es nicht, ihr wieder eine überzeugende Perspektive zu geben. Mehr 21 27


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Gründer wider Willen

In vielen Ländern gründen Menschen ein Unternehmen, weil sich eine gute Chance bietet. Anders sieht die Lage in Deutschland aus: Hier liegt es oft an einem Mangel an Alternativen. Mehr