06.11.2009 · Die Firma Pelikan ist bislang für Füller und Tintenkiller bekannt. Nun steigt der Schreibgeräteproduzent beim Büroartikelhersteller Herlitz ein. Die Traditionsfirma Herlitz hatte vor sieben Jahren Insolvenz anmelden müssen, konnte aber gerettet werden.
Der Schreibgeräteproduzent Pelikan übernimmt die Mehrheit am Büroartikelhersteller Herlitz. Zum Preis von 45 Millionen Euro kauft Pelikan International vom Finanzinvestor Advent International dessen Herlitz-Anteile von 66 Prozent. Den Vereinbarungen müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Pelikan International mit Sitz in Malaysia machte auch den restlichen Herlitz-Aktionären ein Angebot zum Kauf ihrer Anteile. Die Übernahme umfasst außerdem Optionen, Gesellschafterdarlehen und eine Beteiligung am Logistikzentrum von Herlitz in Falkensee bei Berlin.
Das Traditionsunternehmen Herlitz wurde 1904 gegründet und vertreibt heute rund 12.000 unterschiedliche Artikel vom Spitzer bis hin zu Schreibblöcken. Herlitz ist in Deutschland seit 1977 an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.
Nach einer starken Wachstumsphase bis Mitte der 1990er Jahre geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten. Im Jahr 2001 übernahm ein Bankenkonsortium einen Anteil von 65 Prozent. Vier Jahre später stieg der Finanzinvestor Advent ein. Zuvor hatten sich die Berliner, die 2002 Insolvenz anmelden mussten, dank eines erheblichen Forderungsverzichts der Gläubiger sanieren und retten können.
Zur Stärkung der Ertragskraft hat sich Herlitz mit aktuell knapp 2000 Beschäftigten eine Straffung des Sortiments verordnet und Beteiligungen verkauft. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 3,7 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag, der sich jedoch auf 1,1 Millionen Euro verringerte. Der Umsatz lag bei 301,9 Millionen Euro.