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Veröffentlicht: 06.01.2013, 11:51 Uhr

Boni-Diskusison Nullrunde für die Banker

Die meisten Banker bekommen 2013 keine höheren Boni, bei der Deutschen Bank und anderen müssen sie sogar auf Geld verzichten. Auch die Bankenaufsicht hat angekündigt, die Gehälter rigoros zu kontrollieren.

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© dpa

Das Jahr 2013 wird ein eher mageres Jahr für Banker. Viele werden das zweite Mal in Folge eine Nullrunde erleben, zeigt eine Umfrage der Vergütungsberatung Towers Watson bei 30 Banken in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Die Grundgehälter wollen die Banken nur um ein bis zwei Prozent erhöhen, bei leistungsabhängigen Boni sieht es ähnlich aus: 80 Prozent der Banken lassen sie 2013 unverändert oder wollen sie gar kürzen, ergab die Umfrage. Die Deutsche Bank beispielsweise will nach Informationen des „Spiegel“ ihre Boni im Investmentbanking um 15 bis 20 Prozent kürzen. Höhere Boni planen nur 15 Prozent der Befragten.

Die Gehälter sind nicht niedriger, aber anders zusammengesetzt

Ursache für die Durststrecke sind nicht strengere Gesetze, sondern eher die ungünstige Geschäftsentwicklung der Banken. Die Zukunft ist ungewiss, das macht sparsam. „Seit 2010 sind viele Regeln in Kraft getreten, die tiefe Spuren in den Vergütungssystemen der Banken hinterlassen haben“, sagt Werner Klein, Partner der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner. „Die Vorschriften haben aber weniger die Höhe der Vergütung verändert als die Zusammensetzung.“

In einer Umfrage von Kleins Beratung klagten die Banken über die Flut von Regeln, die es umzusetzen gelte. „Fast alle neuen Vorgaben wurden auf internationaler Ebene entwickelt“, sagt Klein. Teils beruhen sie auf Beschlüssen des G-20-Gipfels in Pittsburgh von 2009, teils auf Empfehlungen der Europäischen Bankenaufsicht EBA, die in EU-Richtlinien umgesetzt wurden.

Infografik / Banker bekommen weniger © F.A.Z. Vergrößern Banker bekommen weniger: Die Bonuspläne der Banken 2013.

Eine gesetzliche Obergrenze für Boni oder Gehälter gibt es noch nicht. Eine Ausnahme sind in Deutschland Banken, die vom Staat gerettet und zu mehr als 75 Prozent in Steuerzahlerhand sind. Ihr Spitzenpersonal darf höchstens 500.000 Euro verdienen. Auf Dauer könnte aber eine Obergrenze in Kraft treten: Vor Weihnachten haben sich Vertreter des EU-Parlaments mit der Ratspräsidentschaft darauf geeinigt, dass ein Banker-Bonus nicht höher sein sollte als das jeweilige Fixgehalt. Doch ob und wann der Plan Gesetz wird, ist fraglich.

Bank-Gehälter gehören zum Risikomanagement

In erster Linie setzt die Regulierung auf Vorsorge. Das Kreditwesengesetz erklärt Banker-Gehälter zum Teil des Risikomanagements. Seit Oktober 2010 müssen die Institute ihre Vergütungsmodelle der Bankenaufsicht Bafin transparent machen und nach bestimmten Grundsätzen gestalten: Die Vergütung muss „angemessen, transparent und auf eine nachhaltige Entwicklung der Bank ausgerichtet“ sein - sie muss zur Strategie passen und darf keine falschen Anreize setzen. Alle Banken müssen ihre Aufsichtsräte jährlich über die Gehaltsstruktur informieren und Gehaltsberichte veröffentlichen. Noch strengere Regeln gelten für „bedeutende Institute“ mit Bilanzsummen von 10 Milliarden Euro an. Sie müssen eine Risikoanalyse erstellen, ob sie bedeutsam sind. Kriterien sind die Art ihres Geschäfts (Investmentbanking), seine Größe, Internationalität oder Komplexität.

Bedeutsame Banken müssen „Risikoträger“ identifizieren, deren Stellung sehr hoch, deren Tätigkeit sehr riskant oder deren Ertrag sehr wichtig für das Haus ist. Ihre Vergütung ist streng und detailliert reguliert, vom Anteil der Aktien am Gesamtpaket über Sperrfristen für die Auszahlung bis zur Ausrichtung der Vergütung am Geschäftsrisiko. Auch ein Malus für schlechte Ergebnisse ist Pflicht. „Von gut 2000 deutschen Banken sind nur 23 bedeutsam“, sagt Vergütungsexperte Klein. Aber fast die ganze Branche habe 2011 reagiert.

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Ob alle die Regeln einhalten, sieht die Bafin in den Abschlussprüfungen der Wirtschaftsprüfer. Aber dieses Jahr sieht sie genau hin und plant breit angelegte Sonderprüfungen der Gehaltsstrukturen bei einer zweistelligen Zahl von Banken. Sonderprüfungen bedeuten, dass Bafin und Bundesbank, meist mit Hilfe privater Auditoren, nach sehr kurzfristiger Vorwarnung Einzelbereiche der Banken unter die Lupe nehmen - ein scharfes Schwert der Aufsicht.

Tauchen Verstöße auf, kann die Behörde konkrete Vorgaben machen, wie sie zu beseitigen sind. „Geschieht das nicht“, sagt Klein, „reichen die Sanktionen über Bußgelder bis zum Verbot, Boni aus unangemessenen Vergütungssystemen auszuzahlen.“ Die Aufsicht kann Bonus-Ansprüche sogar ganz kassieren, wenn die Liquidität der Bank gefährdet ist - wohl ein Extremfall.

Quelle: F.A.S.

 

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