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Börsenschwergewichte Deutsche Unternehmen verlieren an Bedeutung

08.01.2010 ·  Von den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt kommen nur noch vier aus Deutschland. Firmen aus Brasilien, Japan, Spanien und der Schweiz haben an den Börsen mittlerweile ein größeres Gewicht.

Von Daniel Mohr
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Deutsche Unternehmen spielen an den Weltbörsen eine immer kleinere Rolle. Von den 100 Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert kommen nurmehr vier aus Deutschland. Vor einem Jahr waren es noch acht. Dies ergibt eine von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young erstellte Studie. Kein Land hat demnach binnen eines Jahres derart an Bedeutung unter den Börsenschwergewichten verloren. Nur noch Siemens, Eon, Bayer und die Deutsche Telekom vertreten die größte Volkswirtschaft Europas in der Rangliste - und die Gesellschaften rangieren auch nur unter "ferner liefen". Auf Platz 61 schaffte es Siemens als das wertvollste deutsche Unternehmen.

Die Spitzenplätze machen Chinesen und Amerikaner unter sich aus. Nur außergewöhnlichen Kursturbulenzen war es zu verdanken, dass Volkswagen am 28. Oktober 2008 kurzzeitig auf Platz eins der Rangliste sprang. Mittlerweile ist der größte Automobilhersteller Europas auf Platz 155 zurückgefallen. Das größere Vertrauen in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft schenken die Investoren Unternehmen aus den Schwellenländern.

„Die Bedeutung der Schwellenländer wächst rasant“

Mittlerweile kommen 18 der wertvollsten 100 Unternehmen aus den Bric-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China. Im Vorjahr waren es nur 11 gewesen. "Die Investoren sind sich offenbar einig, dass das nächste Jahrzehnt den Schwellenländern gehören wird", sagt Hendrik Hollweg, Geschäftsführer von Ernst & Young in Deutschland. "Während die Industriestaaten noch lange unter den Folgen der Finanzkrise leiden werden, wächst die Bedeutung der Schwellenländer rasant." So hat mit dem Ölkonzern Petrochina ein chinesisches Unternehmen die Spitzenposition als wertvollstes Unternehmen der Welt übernommen. Mit einem Börsenwert von 353 Milliarden Dollar (246 Milliarden Euro) verweist es den amerikanischen Ölkonzern und Vorjahresspitzenreiter Exxon Mobil auf Platz zwei. Beide Unternehmen profitieren von dem wegen der steigenden Rohstoffpreise deutlichen Bedeutungsgewinn der Rohstoff- und Energiewerte an den Börsen im Jahr 2009.

Ebenfalls zu den größten Gewinnern des Jahres zählen die Finanzwerte, die mit 24 Werten unter den 100 wertvollsten Unternehmen wieder die mit Abstand größte Gruppe stellen. Im Jahr 2008 war ihre Anzahl noch von 27 auf 16 gefallen. Ebenfalls signifikant ist der Bedeutungsgewinn von Technologieunternehmen - am deutlichsten sichtbar wird dies durch den erstmaligen Sprung des Internet-Suchdienstes Google unter die 10 wertvollsten Unternehmen der Welt.

Verliererbranche Industrie

An Bedeutung verloren haben hingegen die Aktien von Unternehmen aus der Konsumgüterbranche sowie Industriewerte. Da Deutschland jedoch unter den Gewinnerbranchen Rohstoffe und Finanzen besonders schwach, innerhalb der Verliererbranche Industrie jedoch besonders stark aufgestellt ist, wird der Bedeutungsverlust besonders augenfällig. Während 15 der 100 umsatzstärksten Unternehmen der Welt aus Deutschland kommen, zählen nur 4 von 100 Unternehmen auch zu den wertvollsten. Das Vertrauen der Anleger in ein dynamisches künftiges Umsatz- und Gewinnwachstum ist für deutsche Unternehmen damit besonders gering.

Unter den 100 wertvollsten Unternehmen kommt Deutschland nur noch auf ein Gewicht von 2,5 Prozent. Im vergangenen Jahr sind Spanien, Brasilien, die Schweiz und Japan an Deutschland vorbeigezogen. Frankreich, Großbritannien, China und die Vereinigten Staaten lagen ohnehin schon vor Deutschland. Der Bedeutungsverlust bleibt zudem nicht auf die 100 wertvollsten Unternehmen beschränkt, sondern ist auch unter den 300 wertvollsten Unternehmen der Welt zu beobachten.

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