Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq ist abermals bei ihrem Versuch einer feindlichen Übernahme der Londoner Börse (LSE) gescheitert. Die Aktionäre der LSE hätten sich gegen die umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro schwere Offerte gesperrt, teilte die Nasdaq am Samstag mit. Die Nasdaq, die bereits 28,75 Prozent an der LSE hält, konnte demnach lediglich 0,41 Prozent weitere Anteile einsammeln. „Wir sind natürlich enttäuscht über diesen Ausgang“, erklärte Nasdaq-Chef Bob Greifeld. Es habe sich um ein „faires Angebot“ an die LSE-Aktionäre gehandelt. Die Nasdaq war schon im März 2006 mit einer ersten Offerte für die LSE gescheitert.
In den vergangenen Jahren war die Londoner Börse immer wieder Objekt der Begierde gewesen. Bereits zwei Mal scheiterte auch die Deutsche Börse mit einem Übernahmeversuch. Auch die Vierländerbörse Euronext, die Stockholmer Börse und die australische Macquarie Bank hatten sich vergeblich um die Londoner Börse bemüht. Die Nasdaq hatte sich jedoch nicht mit der ersten Zurückweisung im Frühjahr zufrieden gegeben, sondern im großen Stil Anteile der LSE an der Börse aufgekauft.
