Home
http://www.faz.net/-gqi-75ltz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Boeing Nächste Panne beim „Dreamliner“

 ·  Die Pannenserie bei Boeings neuestem Flieger 787 „Dreamliner“ reißt nicht ab: Nach Elektronikproblemen ist bei einer anderen Maschine nun Kerosin ausgetreten. Zudem muss ein Inlandsflug in Japan annulliert werden.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (1)
© REUTERS Vergrößern Beim Jet, der von Boston nach Tokio fliegen sollte, gab es ein Treibstoffleck

Bei Boeings Vorzeigeflieger 787 „Dreamliner“ ist es zu einer dritten Panne in drei Tagen gekommen. Nachdem am Montag bei einer Maschine von Japan Airlines ein Feuer ausgebrochen war, hat am Dienstag ein weiteres Flugzeug der Gesellschaft am Boden Treibstoff verloren. Mit mehreren Stunden Verspätung startete der Langstreckenjet schließlich von Boston nach Tokio.

Wegen eines Problems an der Bremse einer Boeing 787 musste am Mittwoch in Japan zudem ein Inlandsflug annulliert werden. Auf dem Flughafen der westjapanischen Stadt Yamaguchi sei wegen eines fehlenden Ersatzteils keine schnelle Reparatur möglich gewesen, teilte ein Flughafensprecher mit. Die Maschine der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) habe deshalb nicht wie geplant nach Tokio zurückfliegen können.

Diese Vorfälle bedeuten einen weiteren Rückschlag für den Airbus-Rivalen. Das Flugzeug in oston mit 178 Passagieren an Bord war gerade auf das Rollfeld des Flughafens gefahren, als der Spritverlust bemerkt wurde. Etwa 150 Liter strömten aus einem der Tragflächen aus, in denen Tanks und Leitungen untergebracht sind.

Der Jet kehrte an den Flugsteig zurück, wie der Flughafenbetreiber mitteilte. Mechaniker nahmen die Maschine unter die Lupe. Unklar blieb zunächst der Grund des Spritverlusts. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hatte im Dezember vor möglicherweise undichten Treibstoffleitungen beim „Dreamliner“ gewarnt und angeordnet, dass die bislang ausgelieferten Maschinen auf falsch montierte Kupplungsstücke hin überprüft werden.

Auch das Feuer hatte sich auf dem Flughafen von Boston abgespielt bei einer Maschine, die aus Tokio gekommen war. Die Passagiere waren bereits ausgestiegen, als eine Reinigungsmannschaft Rauch in der Kabine bemerkte. Die Flughafen-Feuerwehr rückte an. Als Brandherd wird die Batterie einer Hilfsturbine im Bauch des Fliegers vermutet.

Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hat mittlerweile drei Ermittler entsandt, wie sie erklärte. Die Strecke Boston - Tokio gehört zu den wenigen Routen, auf denen der „Dreamliner“ verkehrt. Bis Ende vergangenen Jahres hatte Boeing erst 49 Stück ausgeliefert, rund 800 weitere Maschinen sind bestellt.

Zu der jüngsten Pannenserie hält sich das Unternehmen bedeckt. Zusammen mit Luftaufsichtsbehörden und Fluggesellschaften wird nach den Ursachen geforscht. Bei der Kontrolle der „Dreamliner“ von United Airlines ist nach Informationen des „Wall Street Journal“ bei einer Maschine eine falsche Verkabelung entdeckt worden genau an der Stelle, wo bei der Japan-Airlines-Maschine wohl das Feuer ausgebrochen war. Die Zeitung berief sich dabei am Dienstag auf eine Person, die mit der Überprüfung vertraut ist.

Schon in der Entwicklung hatte der „Dreamliner“ massive Probleme bereitet. In dem Modell werden großflächig leichte Verbundwerkstoffe verbaut, wohingegen Flugzeuge üblicherweise aus Aluminium bestehen. Auch im laufenden Betrieb häuften sich die Pannen. Die neuerliche Negativmeldung schickte die Boeing-Aktie um 3 Prozent in den Keller, nachdem sie am Montag bereits 2 Prozent an Wert eingebüßt hatte.

  Weitersagen Kommentieren (5) Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
Weitere Empfehlungen
Vermisstes Flugzeug Versuchte der Co-Pilot noch zu telefonieren?

Wochen nach dem Verschwinden von MH370 ist noch immer unklar, was an Bord der Maschine geschah. Eine Zeitung berichtet, dass das Handy des Co-Piloten kurz vor dem Verschwinden mit einem Funkmast in Verbindung trat. Die Suche kommt indes nur schleppend voran. Mehr

12.04.2014, 08:53 Uhr | Gesellschaft
Lufthansa Der Pilotenausstand geht endlich zu Ende

Der härteste Fliegerstreik in der Geschichte der Lufthansa geht zu Ende. Ab Samstag soll wieder normal geflogen werden. Doch der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Mehr

04.04.2014, 07:35 Uhr | Wirtschaft
Zwischenfall mit indischer Boeing Kein Lebenszeichen im deutschen Luftraum

Unachtsame Piloten der indischen Jet Airways haben die deutschen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Eine halbe Stunde lang gaben sie im deutschen Luftraum kein Lebenszeichen von sich. In Medienberichten ist von „Panik“ bei der Flugsicherung die Rede. Mehr

10.04.2014, 11:10 Uhr | Gesellschaft

09.01.2013, 08:12 Uhr

Weitersagen
 

Gute Exportüberschüsse

Von Carsten Knop

Die deutschen Exportüberschüsse bieten immer wieder Anlass zu Kritik. Jetzt aber zeigt sich: Deutschlands Wirtschaftskraft nutzt dem Rest Europas. Schlecht, dass Deutschland diese Kraft verspielt. Mehr 7


Die Börse
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --