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Donnerstag, 23. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

BMW-Personalvorstand „Unsere Leute brauchen keine Karotte“

24.10.2009 ·  Die Spitzengehälter steigen nicht mehr stärker als das Einkommen der Bandarbeiter in dem jeweiligen Jahr. „Wir stellen sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet“, sagte BMW- Personalvorstand Harald Krüger.

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Die Spitzengehälter steigen nicht mehr stärker als das Einkommen der Bandarbeiter in dem jeweiligen Jahr. „Wir stellen sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet“, sagte BMW- Personalvorstand Harald Krüger der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Herr Krüger, BMW will die Gehälter gerechter machen. Ziehen Sie jetzt Obergrenzen ein?

Nein. Wir machen die Vergütung noch fairer und transparenter, dafür schaffen wir derzeit die Voraussetzung mit dem Betriebsrat. Bisher wurde die erfolgsabhängige Vergütung je nach Hierarchiestufe auf unterschiedliche Weise ermittelt. Das ändern wir jetzt. Diese Einkommensbestandteile werden sich künftig vom Tarifmitarbeiter bis zum Top-Manager im Gleichklang entwickeln. Damit stellen wir sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet.

Sie frieren das Verhältnis zwischen den Gehaltsklassen ein?

Wir halten die Relation stabil, darauf läuft es hinaus. In schlechteren Zeiten, mit weniger Gewinn, schließt sich die Schere sogar ein Stück: Das Management erleidet dann deutlich höhere Einbußen als der Arbeiter am Band.

Warum tun Sie das? Aus schlechtem Gewissen oder aus Angst vor dem Zeitgeist?

Wir folgen hier nicht dem Zeitgeist. Im jeweiligen Entgelt spiegelt sich auch unsere langfristige Vergütungs-Philosophie wider. Leistungsbereitschaft ist in der BMW Group selbstverständlich, dazu braucht es keine besonderen finanziellen Anreize. Wir haben intrinsisch motivierte Mitarbeiter und keine Leute, denen man ständig eine Karotte vor die Nase halten muss, damit sie sich bewegen.

Die Banken bieten schon wieder sagenhafte Boni. Wann wird ein Gehalt unanständig?

Wir stellen jedenfalls in der BMW Group sicher, dass die Gehaltspolitik durchgängig ist und von unseren Mitarbeitern als fair empfunden wird. Wenn man das Geld, die Boni, zur Motivation braucht, fördert das eine schädliche Entwicklung für das Unternehmen. Wir nehmen für uns in Anspruch, dass Geld nur einer von mehreren Leistungsanreizen ist. Die Gehaltspolitik muss für jeden Mitarbeiter erklärbar und ausgewogen sein. Sonst erzielen Sie mit Ihrer Mannschaft keine Höchstleistungen.

Die Fragen stellte Georg Meck

Quelle: F.A.Z.
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