Home
http://www.faz.net/-gqi-756fi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Billigfluglinie Ryanair soll beim Gewicht geschummelt haben

Bis zu acht Tonnen Startgewicht soll Ryanair verheimlicht haben. Dadurch soll die irische Billigfluglinie Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben. Ryanair erleidet zudem im Übernahmekampf um Aer Lingus einen weiteren Rückschlag.

© dapd Vergrößern In Deutschland soll Ryanair pro Flug 17 Euro Gebühren weniger gezahlt haben

Die irische Billigfluglinie Ryanair soll Medienberichten zufolge ihre Jets auf dem Papier als zu leicht angegeben und dadurch möglicherweise Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben. Wie „Die Welt“ (Mittwoch) berichtet, hat die Airline beim Startgewicht ihrer Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 bis zu acht Tonnen verheimlicht und dadurch in Deutschland pro Flug 17 Euro Gebühren weniger gezahlt. Auf das Jahr hochgerechnet ergebe das rund 370.000 Euro, in ganz Europa könne sich der Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro summieren, schreibt das Blatt unter Berufung auf Berechnungen von Luftfahrtexperten.

Ryanair wollte sich in dem Fachmagazin „Cargo Forwarder“, das ebenfalls über Gewichtsdifferenzen berichtete, nicht zu „Gerüchten oder Spekulationen“ äußern. Das Unternehmen habe sich aber an Boeings Vorgaben gehalten und werde auf Anfragen der europäischen Flugsicherung Eurocontrol direkt antworten, hieß es.

Mehr zum Thema

Die Deutsche Flugsicherung DFS bestätigte in beiden Berichten die Vorwürfe. Sie habe die Gebühren stets auf Basis eines Startgewichts der Jets von rund 67 Tonnen berechnet. Nach Kontrollen an den Flughäfen Bremen und Hahn seien die aber auf ein Gewicht von 75 Tonnen angepasst worden, sagte ein Sprecher der „Welt“. Juristen der DFS prüften den Fall. Sollte sich die Gebührenhinterziehung bestätigen, wolle die Deutsche Flugsicherung rechtliche Schritte einleiten und sich nicht gezahlte Gebühren notfalls per Gerichtsentscheid zurückholen.

Ryanair hat derweil im Übernahmekampf um seinen Konkurrenten Aer Lingus einen weiteren Rückschlag erlitten. Der irische Verkehrsminister Leo Varadkar sprach sich am Dienstag gegen eine entsprechende Transaktion aus. Die Regierung werde den feindlichen Übernahmeversuch nicht unterstützen. Für Irland seien keine Vorteile erkennbar. Irland hält an der Fluggesellschaft einen Minderheitsanteil.

Ryanair versucht derzeit in einem dritten Anlauf, die Mehrheit bei Aer Lingus zu erringen. Dieses Übernahmevorhaben wird von der EU-Kommission geprüft. Die EU-Kommission fürchtet im Fall einer Übernahme um den intakten Wettbewerb auf vielen Strecken und hat bereits eine Bedenkenliste veröffentlicht. Ryanair hält seit Jahren knapp 30 Prozent an Aer Lingus. Der erste Übernahmeversuch war 2007 von der EU gestoppt worden, den zweiten hatte Ryanair selbst abgesagt. Den britischen Kartellwächtern ist unterdessen allein die Beteiligung von 30 Prozent ein Dorn im Auge.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Irische Steuerregeln Apple droht Milliarden-Forderung in Europa

Der amerikanische Internet-Konzern könnte in Europa Milliarden zurückzahlen müssen. Die EU-Kommission stuft wohl irische Steuerregelungen als illegale Staatshilfen ein. Mehr

29.09.2014, 07:21 Uhr | Wirtschaft
Nun soll Bluefin die verschollene Boeing finden

Bei der Suche nach Flug MH370 der Malaysia Airlines im Indischen Ozean setzen die Suchmannschaften auf einen U-Boot-Roboter: Bluefin-21 soll die Boeing per Sonar finden. Die Batterien der Blackbox des vermissten Flugzeugs sind vermutlich leer Mehr

14.04.2014, 14:28 Uhr | Gesellschaft
Steuerstreit Apple bestreitet Deal mit Irland

Apple droht Ärger im Steuerstreit mit Brüssel. Hat der Konzern Sonnderrabatte auf Steuerzahlungen ausgehandelt? Das Unternehmen bestreitet das. Mehr Von Marcus Theurer und Werner Mussler

29.09.2014, 19:13 Uhr | Wirtschaft
Schreckensbild an der Unglücksstelle von Flug MH17

Mit 298 Menschen an Bord ist eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine abgestürzt. Die Maschine war wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Die Separatisten in der Ostukraine bestreiten eine Verantwortung für den Absturz. Mehr

19.07.2014, 08:29 Uhr | Politik
Kampf gegen Steueroasen Irlands Steuersparmodell steht auf der Kippe

Der Kampf gegen Steuerschinder zeigt Wirkung in Dublin: Selbst Wirtschaftslobbyisten halten einen besonders umstrittenen Trick für rufschädigend. Mehr Von Marcus Theurer, London

23.09.2014, 17:38 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.12.2012, 08:36 Uhr

Paris erfrischend kaltblütig

Von Christian Schubert, Paris

Die französische Familienpolitik verschlingt viel Geld. Jetzt will die sozialistische Regierung einige Leistungen kürzen. Gut so! Sie sollte auch noch andere Wohltaten unter die Lupe nehmen. Mehr 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo die Milliardäre wohnen

In den Vereinigten Staaten wohnen mit Abstand die meisten Superreichen der Welt. Deutschland ist unter ihnen aber auch beliebt - in Europa liegt nur ein Land vor der Bundesrepublik. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden