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Bilfinger-Kommentar : Kochs Kehrtwende

Der Vorstandsvorsitzender Roland Koch geht den nächsten Schritt: eine engere Verzahnung Bild: dpa

Roland Koch kündigt an, dass bei Bilfinger 1250 Stellen abgebaut werden. Als er noch Ministerpräsident war, forderte er eine Bestandsgarantie für ein Opel-Werk. Koch hat schnell gelernt, die Regeln des Marktes zu akzeptieren.

          Als Roland Koch noch Ministerpräsident von Hessen war, verlangte er vom amerikanischen Autobauer GM eine Bestandsgarantie für das Opel-Werk in Rüsselsheim. Einen Kraftakt des guten Willens und der Kompromissbereitschaft forderte er damals, um die Arbeitsplätze zu halten. Diese Zeiten sind passé.

          Seit fast zwei Jahren ist der CDU-Politiker Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Industriedienstleisters Bilfinger und sieht manches ganz anders. Die Investoren drängen, die Konkurrenz macht Druck, mit Appellen ist da wenig zu machen. Jetzt kündigt Koch an, Doppelfunktionen im Konzern abbauen, die Verwaltung zu zentralisieren und 1250 Stellen zu streichen, obwohl Bilfinger – anders als einst Opel – gutes Geld verdient.

          Koch hat schnell gelernt, die Regeln des Marktes zu akzeptieren. Ob er – als Landesfürst ein Anhänger des Föderalismus – Bilfinger mit seinem Zentralismus nach vorne bringt, ist aber eine andere Frage. Immerhin sind die Einheiten vor Ort durchaus erfolgreich. Der Industrieservice-Chef jedenfalls nimmt seinen Hut. Es ist der zweite Vorstand, der unter Koch im Streit geht. Roland Koch mag den Standpunkt geändert haben, seine Selbstgewissheit bleibt.

          Bernd  Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

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