30.07.2009 · Die Schuldigen sind identifiziert: Schlechtes Wetter, üble Rauchverbote und die böse Demographie. Dieser Mix hat, glauben die deutschen Brauer, den Bierabsatz in Deutschland auf einen neuen Tiefstand befördert. Jetzt soll Marketing helfen und das Thema Bier „spannender“ machen.
Der Bierkonsum in Deutschland ist auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung abgesackt. Mit 49,3 Millionen Hektoliter verkauften die Brauereien und Bierlager im ersten Halbjahr so wenig wie seit Beginn der Statistik 1991 nicht, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Schlechtes Wetter, hohe Preise und die Rauchverbote ließen die Verkäufe gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 2,3 Millionen oder 4,5 Prozent sinken.
Grillen, rauchen und immer mehr Alte
„Der Wettergott ist nun mal der Verkäufer Nummer eins in unserer Branche“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn. Dass zuletzt viele Grillpartys und Biergarten-Abende sprichwörtlich ins Wasser gefallen seien, habe die Branche getroffen. Auch das Rauchverbot habe sich ausgewirkt: So sei beim Fassbier-Absatz teilweise ein Rückgang um 25 Prozent zu verkraften gewesen. Bemerkbar mache sich aber auch die demografische Entwicklung: „Wir haben eine alternde Gesellschaft. Die älteren Menschen trinken weniger, und die jüngeren können das nicht ausgleichen.“
Noch stärker sank der Absatz von Biermischungen mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen, die eigentlich die Hoffnungsträger der Branche sind: Ihr Absatz ging um 7,4 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter zurück. „Auch hier spüren wir das schlechte Wetter: Zu diesen Produkten greift man nun mal besonders gern, wenn es warm ist“, sagte Hahn.
Thema Bier soll wieder „spannender“ werden
Für die deutschen Brauereien werde „die Luft immer dünner“. Sie seien weniger ausgelastet und hätten zudem höhere Kosten, insbesondere im Energiebereich. Es sei aber falsch, deshalb in Panik zu verfallen. „Stattdessen müssen sie mehr tun, um das Thema Bier wieder spannender zu machen, insbesondere im Marketing-Bereich.“ Dabei setze die Branche weiter auf Innovationen bei den Mix-Getränken.
Eine Mitschuld am Absacken des Absatzes gibt der Brauer-Bund Gesundheitspolitikern: „Wir sind stinksauer über die Diskriminierung alkoholhaltiger Getränke. Manche Politiker verunsichern die Konsumenten geradezu“, sagte Hahn. Mehrfach waren zuletzt Forderungen nach einem Werbeverbot für Alkohol und auch nach höheren Steuern auf Bier und Wein laut geworden.
Im abgelaufenen Halbjahr waren laut den Statistikern 85,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert (minus 4,1 Prozent). An steuerfreiem Bier - dem Export - wurden 7,2 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (minus 7,1 Prozent). Nicht in den Zahlen enthalten sind alkoholfreie Biere und Malzgetränke sowie Bier aus Ländern außerhalb der EU.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |