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Bierbranche Das Rauchverbot setzt auch den Brauern zu

12.01.2008 ·  Trotz steigenden Absatzes war das vergangene Jahr für die Bierbranche nicht besonders gut. Den Einbruch hat die Branche dem Rauchverbot zu verdanken. Warsteiner will kräftig investieren, um sein Ergebnis zu verbessern.

Von Brigitte Koch und Michael Roth
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2008 wird für die Bierbranche schwierig bleiben. Das laufende Jahr wird das „härteste Jahr der Bierbranche“, sagte Peter Rikowski, Geschäftsführer der Bitburger Brauereigruppe, anlässlich der Bekanntgabe der Jahreszahlen. Nach dem Umsatzrückgang um knapp 3 Prozent auf 700 Millionen Euro im vergangenen Jahr erwartet Rikowski daher keine Besserung in diesem Jahr.

Die Einführung des Rauchverbots in Gaststätten und bevorstehende Preiserhöhungen drückten abermals den Absatz. In den Bundesländern, in denen es bereits ein Rauchverbot gibt, seien in der Branche Umsatzeinbußen bis zu 40 Prozent zu beobachten. Höhere Bierpreise werden nach Rikowskis Ansicht den „wahnsinnigen Aktionismus“ der Billiganbieter verschärfen. Der Preis für die Marken Bitburger, König Pilsener, Licher, Köstritzer und Wernesgrüner soll im nächsten Monat um einen Euro je Kiste steigen.

Die Kriegskasse ist gefüllt

Im vergangenen Jahr ging der Absatz der Marke Bitburger um 4,5 Prozent zurück. Als Gründe nannte Rikowski den kühlen und verregneten Sommer und die fehlenden Sondereffekte durch die Fußball-WM aus dem Jahr zuvor. Früheren Angaben zufolge entfällt die Hälfte des Gruppenumsatzes auf die Marke Bitburger, 20 Prozent auf König Pilsener und der Rest zu etwa gleichen Teilen auf Köstritzer, Licher und Wernesgrüner. Übernahmen stehen weiterhin auf der Tagesordnung. „Wir haben Geld in der Kriegskasse, aber es ist nichts Vernünftiges da“, sagte Rikowski. Interesse bestehe an regionalen Marken und Sortimentserweiterungen. „Das müssen wir tun, weil wir sonst irgendwann angeschlagen sind.“ Um den Konzentrationsprozess im seit Jahren schrumpfenden Mark mitzugestalten, ist für Bitburger Wachstum wichtig.

Die einst größte deutsche Biermarke, Warsteiner, hat im Geschäftsjahr 2007 zwar weiter an Absatz verloren. Mit einem Rückgang von 2 Prozent auf insgesamt 3,4 Millionen Hektoliter entwickelte sich dieses Bier aus dem Hause der sauerländischen Warsteiner-Gruppe aber besser als die Gesamtbranche. „Da schneiden wir mit unseren Ergebnissen deutlich besser ab“, kommentiert der geschäftsführende Gesellschafter Albert Cramer in einem ersten Überblick über das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Dachmarke habe vor allem von Zuwächsen im Auslandsgeschäft profitiert. In Deutschland sei das Geschäft vor allem in der zweiten Jahreshälfte für die gesamte Branche schwierig gewesen.

Warsteiner will kräftig investieren

In der gesamten Gruppe wurde der Bierabsatz allerdings um 2,1 Prozent auf 6,2 Millionen Hektoliter gesteigert. Der Umsatz wuchs um 1,3 Prozent auf 542 Millionen Euro. Zum Ergebnis äußert sich das Familienunternehmen nicht.

Der Grund für den Zuwachs liegt in der Übernahme der Herforder Brauerei zum 1. Juni vergangenen Jahres. Ohne diese Akquisition wäre der inländische Gruppenabsatz auf Vorjahresniveau geblieben, heißt es. „Wir sind mit der Unternehmensentwicklung im Jahr 2007 zufrieden. Die Übernahme von Herforder hat sich als richtig erwiesen“, sagte Cramer. Im neuen Geschäftsjahr soll vor allem die Dachmarke Warsteiner vorangebracht werden. Zudem will man kräftig in Marketing und Technik investieren.

Quelle: F.A.Z., 12.01.2008, Nr. 10 / Seite 16
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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

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