07.01.2008 · Der Medienmogul Murdoch ist neuer Großaktionär des Bezahlsenders Premiere. Ein mit der News Corp. verbundenes Unternehmen kaufte den Anteil von 14,58 Prozent vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Schon wird spekuliert: Ist das der Beginn einer vollständigen Übernahme?
Der Medienunternehmer Rupert Murdoch ist neuer Großaktionär des Bezahlsenders Premiere. Ein mit Murdochs News Corp. verbundenes Unternehmen kaufte den Anteil von 14,58 Prozent vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Der Kaufpreis betrug 287 Millionen Euro in bar oder 17,50 Euro pro Aktie, wie Unitymedia am Montag in Köln mitteilte. Mit dem Geschäft gelingt Murdoch nach mehreren Anläufen der Wiedereinstieg in den deutschen Medienmarkt.
„Wir sehen noch großes Potenzial im deutschen Pay-TV-Markt und sind davon überzeugt, dass der Zeitpunkt für eine Beteiligung am führenden deutschen Anbieter Premiere jetzt ideal ist“, sagte Murdoch laut einer Mitteilung. Pay-TV gehört zu den Kernaktivitäten der News Corp. Premiere ist mit mehr als vier Millionen Abonnenten der führende Anbieter von Bezahlfernsehen in Deutschland und Österreich.
Im Pay-TV an ganz vorn
Vor allem in Großbritannien und Italien liegt Murdoch beim Pay-TV bereits vorn. Auch in den Vereinigten Staaten und in Australien ist er eine Macht im Mediengeschäft. In Deutschland hatte er bereits mehrfach versucht, Fuß zu fassen. Der Australier mit amerikanischem Pass war Anfang des Jahrzehnts schon einmal Gesellschafter bei Premiere gewesen. Durch den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch - zu dem Premiere damals gehörte - musste er sich zunächst wieder vom deutschen Markt verabschieden.
2006 wurde Murdoch zum Schreckgespenst für deutsche Politiker: Er hatte ein Auge auf den TV-Konzern ProSiebenSat.1 geworfen. In der öffentlichen Diskussion gab es scharfen Gegenwind, da dem Medienmogul immer wieder vorgeworfen wird, seine Medienmacht für politische Zwecke einzusetzen.
„Großes Potential“
Bei Premiere in München wollte man wenig zum Aktionärswechsel sagen. „Wir sind der gleichen Meinung wie Herr Murdoch, dass es für Premiere ein großes Potential im deutschen Pay-TV gibt“, sagte ein Unternehmenssprecher. Änderungen auf der Aktionärsebene würden grundsätzlich nicht kommentiert. Die Investoren halten Murdochs Einstieg bei Premiere aber anscheinend für den Beginn einer vollständigen Übernahme. Der Kurs schnellte zeitweilig um mehr als 20 Prozent in die Höhe.
Die Unitymedia NRW GmbH hatte den Anspruch auf den wirtschaftlichen Erlös aus den 16,4 Millionen Aktien der Premiere AG im Februar 2007 von arena Sport Rechte und Marketing GmbH erworben. Die News Corp. ist neben dem Fernsehmarkt auch in der Filmproduktion aktiv sowie an Zeitungs- und Buchverlagen beteiligt. Im vergangenen Jahr kaufte Murdoch für rund fünf Milliarden Dollar den Wirtschaftsnachrichten-Riesen Dow Jones mit dem Flaggschiff „Wall Street Journal“.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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