23.12.2008 · Der schwer angeschlagene Bezahlsender Premiere bekommt Hilfe von seinem Großaktionär Rupert Murdoch. Dessen Medienunternehmen News Corp habe zugesagt, sich an zwei Kapitalerhöhungen zu beteiligen. Das soll laut Premiere 450 Millionen Euro in die Kassen spülen.
Der Medienmogul Rupert Murdoch will den schwer angeschlagenen Bezahlsender Premiere retten, setzt dafür aber Bedingungen. Murdochs Konzern News Corp. wolle eine Kapitalerhöhung von insgesamt 450 Millionen Euro absichern, teilte Premiere am Dienstag in München mit. Die Unterstützung werde vor allem an zwei Bedingungen geknüpft.
Zum einen verlangte News Corp. die Zusicherung neuer Kreditlinien der Banken, zum anderen soll die Finanzaufsicht BaFin Murdoch davon befreien, den übrigen Aktionären Angebot zur Übernahme des Senders machen zu müssen. Dazu sind Investoren eigentlich verpflichtet, wenn ihre Beteiligung 30 Prozent erreicht oder übersteigt. Derzeit hält News Corp. gut ein Viertel der Premiere-Anteile. Die Banken sagten laut Premiere neue Kredite von bis zu 525 Millionen Euro zu - unter der Bedingung, dass die Kapitalerhöhung gelingt.
Wegen der Verluste drohte die Kündigung von Krediten
Premiere war zuletzt tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte im Herbst fast die Abonnenten-Zahl um fasst eine Million „Karteileichen“ bereinigen müssen. Der Sender hatte zuletzt hohe Verluste gemacht und Probleme bei der Einhaltung seiner Kreditauflagen, so dass ihm die Kündigung seiner Kredite drohte. Auch im kommenden Jahr rechnet Premiere mit einem negativen Cashflow von 250 bis 275 Millionen Euro.
Premiere will zunächst in einer schnellen Kapitalerhöhung im Januar mindestens 25 Millionen Euro erlösen. Dabei hat Murdochs News Corp zugesagt, so viele Aktien zu einem Mindestpreis von 3,19 Euro zu übernehmen, dass diese Summe erreicht wird. Ein Bankkredit soll die Erlöse aus der Kapitalerhöhung dann auf 50 Millionen Euro aufstocken.
In einer späteren zweiten Kapitalerhöhung will Premiere dann so viele Aktien ausgeben, dass zusammen mit der ersten Kapitalerhöhung 450 Millionen Euro erreicht werden. Auch hier werde sich News Corp beteiligen, erklärte der Sender. Bedingung sei allerdings, dass das Unternehmen von der deutschen Finanzaufsicht (Bafin) von der Pflicht befreit wird, ein Übernahmeangebot für Premiere zu unterbreiten, wenn sein Anteil 30 Prozent überschreitet. Murdochs News Corp hatte ihren Anteil an Premiere in der ersten Jahreshälfte sukzessive auf rund 25 Prozent aufgebaut.
Zwangspakete
Barbara Bermann (Barbarella-)
- 24.12.2008, 09:43 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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