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Beteiligungsunternehmen Finanzinvestor Blackstone strebt an die Börse

19.03.2007 ·  Blackstone, eine der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt, eifert dem Konkurrenten Fortress nach und will an die Börse. Ein Grund für die überraschenden Pläne dürften die unsicheren Trends am Aktienmarkt sein.

Von Norbert Kuls, New York
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Die Blackstone Group, eine der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt, strebt an die Börse. Mehrere amerikanische Medien berichteten am Wochenende von Börsenplänen, nachdem der Wirtschaftsfernsehsender CNBC am Freitag erstmals entsprechende Informationen verbreitet hatte. Mit einem offiziellen Antrag auf einen Börsengang (IPO) bei der Börsenaufsicht SEC wird in zwei Wochen gerechnet. Eine Erstnotiz könnte drei Monate danach erfolgen. Ein IPO von Blackstone wäre der erste Börsengang einer großen Private-Equity-Gesellschaft in den Vereinigten Staaten.

Den Berichten zufolge erwägt Blackstone, 10 Prozent seiner Anteile an der Börse zu plazieren. Blackstone könnte damit, konservativ geschätzt, rund 4 Milliarden Dollar Eigenkapital aufnehmen. Insgesamt würde das Unternehmen damit auf einen Börsenwert von 40 Milliarden Dollar kommen. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 56 Milliarden Dollar. Blackstone zählt zu den Giganten unter den Finanzinvestoren. Die Gesellschaft verwaltet Anlagen im Wert von 55 Milliarden Dollar und besitzt mit einem Volumen von knapp 21 Milliarden Dollar auch den größten Private-Equity-Fonds.

Inspiriert vom Fortress-Börsengang

In der Regel kaufen Private-Equity-Gesellschaften ganze Unternehmen oder deren Teilsparten. Sie halten sie meist mehrere Jahre in Privatbesitz, bevor sie weiterverkauft oder an die Börse gebracht werden. Finanziert werden diese Übernahmen mit dem Eigenkapital, das die Gesellschaften bei institutionellen Investoren aufgenommen haben, und mit Krediten von Banken. Mit einem Börsengang würde Blackstone eine Quelle permanenten Eigenkapitals erhalten. Für Privatanleger wäre es die erste Gelegenheit, an den lukrativen Renditen einer Beteiligungsgesellschaft teilzuhaben. Ihre Erträge erzielen Private-Equity-Gesellschaften mit der Gewinnbeteiligung an den übernommenen Unternehmen und mit Gebühren.

Blackstone hatte jüngst einen Bieterkampf um das größte amerikanische Büro-Immobilienunternehmen Equity Office gewonnen. Mit einer Kaufsumme von 39 Milliarden Dollar inklusive der Übernahme von Schulden war das die bis dahin größte Akquisition einer Private-Equity-Gesellschaft. Auch Deutschland ist ein wichtiger Markt für Blackstone. Nach eigenen Angaben hat die Gesellschaft hierzulande 16 Milliarden Euro investiert. Blackstone hält unter anderem einen Minderheitsanteil an der Deutschen Telekom. Nach Angaben von Blackstone-Vorstandschef und Mitgründer Stephen Schwarzman hatte Blackstone jüngst auch die Übernahme eines großen Dax-Konzerns erwogen. Blackstone gilt zudem als Interessent für die amerikanische Daimler-Chrysler Tochtergesellschaft Chrysler (siehe auch: Blackstone erwägt Gebot für Chrysler).

Inspiriert wurden die Börsenpläne von Blackstone offenbar vom erfolgreichen IPO der New Yorker Fortress Investment Group im vergangenen Monat. Fortress bietet sowohl Hedge-Fonds als auch Private-Equity-Fonds an. Der Aktienkurs von Fortress hatte sich am ersten Handelstag fast verdoppelt, ist seitdem aber wieder um 30 Prozent gefallen. Die überraschenden Vorbereitungen von Blackstone auf einen Börsengang finden aber auch vor dem Hintergrund eines unsicheren Trends am Aktienmarkt statt. Schwarzman hatte in jüngster Zeit vor einer Verschlechterung des finanziellen Umfeldes gewarnt. „Sie machen die Reputation, die sie aufgebaut haben, zu Geld“, kommentierte Colin Blaydon, Fachmann für Private Equity an der Universität Dartmouth, die Börsenpläne. Dies bedeute häufig, dass der Höhepunkt erreicht sei.

Quelle: F.A.Z., 19.03.2007, Nr. 66 / Seite 11
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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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