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Veröffentlicht: 11.11.2012, 20:01 Uhr

Bestechungsvorwürfe Druck auf EADS steigt

Die Bestechungsaffäre um den Eurofighter-Kauf Österreichs zu Zeiten von Jörg Haider erhält neue Brisanz. Den EADS-Vorstand haben neue Details in Alarmstimmung versetzt, heißt es.

von , Paris
© dapd

In der Eurofighter-Affäre um mögliche Bestechungsgeschäfte durch den europäischen Luftfahrt- und Verteidigungskonzern EADS sind am Wochenende neue Details bekanntgeworden. Das Unternehmen steht unter Verdacht für den Verkauf von Kampfflugzeugen nach Österreich illegale Zahlungen an österreichische Entscheidungsträger geleistet zu haben.

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Mehrere Staatsanwaltschaften in Europa sind einem Netzwerk von mysteriösen Firmen auf der Spur, heißt es. EADS kooperiert nach eigenen Angaben mit den Behörden, will sich zu den Vorwürfen konkret aber nicht äußern, weil es sich um ein laufendes Verfahren handele. In Branchenkreisen ist jedoch zu hören, dass sich im EADS-Management „Alarmstimmung“ breitgemacht habe.

Netz von Scheinfirmen

Die sogenannte Eurofighter-Affäre um den Kauf der gleichnamigen Kampfflugzeuge durch Österreich schwelt seit Jahren. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss sowie die Staatsanwaltschaft in Wien ermittelten ohne konkrete Folgen für EADS. Durch die Festnahme des Geschäftsmannes Gianfranco Lande in Italien im vergangenen Jahr haben die Untersuchungen jedoch eine neue Dynamik bekommen, berichten „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“.

„Es besteht die Verdachtslage, dass EADS Deutschland versucht hat, über eine Konstruktion von verschiedenen Offshore-Gesellschaften Schmiergeldzahlungen an Unternehmen beziehungsweise Beamte zu leisten“, heißt es in einem Papier der österreichischen Ermittler. Eine Firma namens Victor Aerospace mit Sitz in London solle dabei im Mittelpunkt stehen.

Über ein Netz von Briefkastenfirmen soll 2006 unter anderem eine Stiftung in Kärnten eine Millionenzahlung erhalten haben. Wenig später gab der inzwischen verstorbene FPÖ-Politiker Jörg Haider seine Opposition gegen einen Zuschlag für EADS auf. Der Eurofighter stand damals im Wettbewerb gegen die amerikanische F-16 und dem schwedischen Modell Gripen.

Vorstand unter Druck

Wenn sich die Bestechungsvorwürfe erhärten, könnte Österreich den Vertrag über die Lieferung von 15 Eurofighter im Wert von 1,6 Milliarden Euro unter Umständen kündigen. Auch in der Schweiz, in Indien sowie in den Vereinigten Staaten könnten EADS bedeutende Aufträge entgehen.

EADS arbeitet daher mit Hochdruck an einer Antwort auf die Vorwürfe. In einem Brief ermahnte EADS-Chef Tom Enders seine Vorstandskollegen in der vergangenen Woche, dass nicht nur Ergebnisse zählten, „sondern auch die Art und Weise, wie wir sie erzielen“. „Rechtsbruch ist keine Option.“ Enders weiß, dass er unter dem Druck der Bundesregierung steht. Nicht zuletzt durch seine gescheiterten Fusionspläne mit BAE habe er sich dort etliche Feinde geschaffen, heißt es in politischen Kreisen.

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