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Facebook-Chef Mark Zuckerberg leitet eine der erfolgreichsten Marken der Welt. Bild: AP

Neue Auswertung : Das sind die wertvollsten Marken der Welt

Der Wert aller 100 gelisteten Marken ist auf Rekordwert gestiegen. Ganz vorn landen wieder einmal die Marken von Apple und Google. Zwei weitere Unternehmen haben ihren Marktwert deutlich gesteigert.

          Amerikas Marken funktionieren besser. Das fördert Jahr für Jahr die in der Fachwelt anerkannte „Best Global Brands“-Analyse der Markenberatung Interbrands zutage. Das Ergebnis auch der jüngsten Auswertung: Keine Marken sind wertvoller als die des Elektronikkonzerns Apple (mit 184 Milliarden Dollar) und des Internetgiganten Google (142 Milliarden Dollar). Weitere Marken aus den Vereinigten Staaten folgen. Microsoft (80 Milliarden Dollar) verdrängt Coca-Cola (70 Milliarden Dollar) auf Rang vier; Software und Internet sind in dieser Betrachtung von der realen Welt nicht zu schlagen – noch nicht einmal vom berühmtesten Getränk. Die wertvollste deutsche Marke heißt Mercedes-Benz und findet sich mit 48 Milliarden Dollar erst auf dem neunten Platz.

          Carsten Knop

          verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung und Unternehmen.

          Die gute Nachricht ist, dass die Deutschen ihre Marken inzwischen besser führen als in der Vergangenheit. An die großen Wertzuwächse des Vorjahres aber kommen sie im Durchschnitt nicht wieder heran. Der Sportartikelhersteller Adidas zählt unter der neuen Führung des Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted in diesem Jahr mit einem Wachstum von 17 Prozent dennoch zu den Marken mit dem größten Wertzuwachs und steigt von Rang 60 auf 55. Die deutsche Vorzeigemarke Mercedes-Benz verzeichnet mit plus 10 Prozent das zweithöchste Wachstum. SAP, Porsche, Allianz und Siemens legen allesamt um sechs Prozent zu. Die Automarke Mini wächst um drei Prozent. Einzig BMW und Deutsche Post DHL stagnieren in diesem Jahr leicht mit den Werten des Vorjahres.

          Der „Best Global Brands“-Report, der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kurz vor seiner Veröffentlichung vorab vorlag, untersucht den Beitrag von Marken zum jeweiligen Unternehmenswachstum. Die Analyse erfolgt nach Angaben des Unternehmens auf der Basis von drei Aspekten: Es zählt der geschäftliche Erfolg der Produkte oder Dienstleistungen der Marke, die Rolle der Marke im Kaufentscheidungsprozess sowie die Stärke der Marke, wenn es darum geht, zukünftige Erträge des Unternehmens zu sichern.

          Zu den Neueinsteigern gehört Netflix

          Das höchste Wachstum verzeichnet dabei schon zum zweiten Mal hintereinander das soziale Netzwerk Facebook, dem es offenbar gelingt, die eigene Marke immer positiver aufzuladen – trotz aller Diskussionen zum Beispiel rund um den Umgang des Silicon-Valley-Konzerns mit Fake News. Mit einer enormen Steigerung des Markenwertes von abermals 48 Prozent schafft die Social-Media-Marke in diesem Jahr sogar den Sprung unter die ersten zehn. Die Marke mit dem zweitstärksten Wachstum auf der Welt ist das marktführende Online-Kaufhaus Amazon mit einem Plus von 29 Prozent. Hier helfen vermutlich immer neue Produkte wie der Sprachassistent Alexa oder auch die vielbeachtete Übernahme der amerikanischen Supermarktkette Whole Foods.

          Bild: F.A.Z.

          Zu den Neueinsteigern gehören das Streamingportal Netflix (auf Rang 78) und der Softwarekonzern Salesforce (Rang 84). Salesforce ist unter anderem ein Konkurrent des deutschen Softwareanbieters SAP – und gibt auf Messen wie der Cebit in Hannover und Veranstaltungen wie dem Weltwirtschaftsforum in Davos extrem viel Geld für seine Präsenz aus. Außerdem kann sich Ferrari (auf Rang 88) über den Wiedereinstieg nach einigen Jahren Pause freuen. Insgesamt wächst der Wert aller 100 gelisteten Marken gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 1,87 Billionen Dollar.

          Die Erhebung wird von Interbrand nicht uneigennützig vorgenommen. Denn das Unternehmen will seine Kunden dabei unterstützen, mit einer guten Markenführung den Umsatz zu steigern. „Wir leben in einer spannenden Zeit des Wandels – gesellschaftlich, technologisch sowie wirtschaftlich“, wird dazu Simon Thun, Vorstandsvorsitzender von Interbrand in Zentral- und Osteuropa, zitiert: „Marken können in diesem Umfeld einerseits als klare und beständige Orientierungspunkte dienen und andererseits selbst zum Kristallisationspunkt für Veränderungen in den Unternehmen wie auch gegenüber den Kunden werden.“

          Mehr als die Hälfte der „Best Global Brands“ stammen allein aus vier Branchen: Automobil (16 Marken), Technologie (15 Marken), Finanzdienstleistungen (12 Marken) und Konsumgüter (9 Marken). Der Einzelhandel ist dabei mit rund 19 Prozent die Branche mit dem höchsten Wachstum.

          Quelle: F.A.Z.

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