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Bericht : Unternehmen spionieren Bürgerinitiativen aus

  • Aktualisiert am

Augen auf: Wer überwacht hier wen? Bild: dpa

Nicht nur Staaten spionieren, sondern auch Unternehmen. Ein amerikanischer Bürgerrechtler hat zusammengetragen, wie Firmen Bürgerrechtsgruppen ausgespäht haben.

          Viel ist in den vergangenen Monaten über die Spähaktivitäten der amerikanischen Geheimdienste diskutiert worden. Ein Bericht aus den Vereinigten Staaten weist jetzt darauf hin, dass auch Unternehmen Spione beschäftigen. Die Bürgerrechts-Organisation „Essential Information“, gegründet vom Verbraucheranwalt Ralph Nader, hat rund 20 Fälle aus den vergangenen 30 Jahren zusammengestellt, in denen Unternehmen Spionage vorgeworfen oder nachgewiesen wurde. Der Bericht steht als PDF-Datei online.

          Der französische Energiekonzern Électricité de France (EDF) wurde zum Beispiel im Jahr 2011 für einen Hackerangriff dazu verurteilt, 1,5 Millionen Euro zu zahlen. Es war ein Streit mit Greenpeace. Die Umweltorganisation und der Energiekonzern lagen im Clinch, weil Greenpeace mit EDFs Kernenergie nicht einverstanden war. Ein Dienstleister von EDF hatte die Computer von Greenpeace gehackt und sich so Zugriff auf 1400 Dokumente verschafft.

          Häufig heuerten die Firmen spezielle Unternehmen an, schreibt Berichtsautor Gary Ruskin. Zudem stellten sie immer wieder ehemalige Geheimdienstmitarbeiter ein. Oft gäben sich dann Firmenspione als freiwillige Helfer oder als Journalisten aus, um so an Informationen zu kommen. Der Autor fordert, dass Polizei und Staatsanwaltschaft schärfer gegen die Spionage vorgehen. „Wir wissen wenig über die Spionage von Firmen bei Non-Profit-Organisationen“, schreibt Ruskin. „Und was wir wissen, erfahren wir oft nur durch Zufall.“

          Auch ein Spionagevorwurf gegen den deutschen Energiekonzern Eon wird in dem Bericht wiederholt. Zusammen mit einigen anderen Energiefirmen habe Eon eine private Sicherheitsfirma beschäftigt, um Aktivisten bei einer britischen Klima-Demonstration auszuspähen. Die britische Zeitung „Guardian“ berichtete, dass Mitarbeiter der Sicherheitsfirma sich unter die Demonstranten gemischt hätten. Eon bestätigte der Zeitung damals, dass der Konzern die Sicherheitsfirma beschäftigt hatte - aber nur, um öffentliche Informationen zu sammeln.

          Wie viel die Spionage den Unternehmen genutzt hat, bleibt offen. Das zeigt ein Gerichtsverfahren, das bis heute läuft: Greenpeace wirft dem Chemiekonzern Dow Chemical vor, die Mülleimer durchsucht zu haben und sich Zugangscodes zu Büros verschafft zu haben. Dow Chemical bestreitet die Vorwürfe. Ob Dow tatsächlich spioniert hat, blieb offen. Mit den meisten seiner Vorwürfe ist Greenpeace vor Gericht schon gescheitert, weil die Organisation keinen Schaden nachweisen konnte.

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